Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 24)
- Language
- German
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25 samsten mittelalterlichen Verordnung an die Seite gestellt werden. Mit dem Erlass jenes Ediktes hat Ungarn das Erbe des zaristischen Russland angetreten. An den Grossmächten wird es nun sein, auch diesen Kleinstaat an seine Pflichten gegenüber seinen eigenen Bürgern zu erinnern. — Den Brüdern ohne Zahl, die durch die Frontkämpfe, durch Deportationen, Pogrome, Okkupationen und sonstige Schrecken des Krieges und des Friedens schwer gelitten, die wirtschaftliche Wiederaufrichtung zu ermöglichen, ist die dringende, der jüdischen Gesamtheit obliegende Aufgabe. Der grösste Teil der osteuropäischen Juden befindet sich in einem Zustand wirtschaftlichen Zusammenbruches, der eine Anspannung sämtlicher jüdischer Kräfte erforderlich macht, wenn diese Massen nicht untergehen sollen. Dazu sind nicht nur ungeheure Finanzmittel notwendig, sondern auch eine wohlüberlegte Systematisierung und Organisierung der ganzen Rekonstruktionsarbeit. Bewundernswertes haben die Juden Amerikas für das jüdische Volk geleistet. Die Werke jüdischer Solidarität, die dort geschaffen wurden, sind ein dauerndes Ruhmesblatt in der Geschichte der jüdischen Massen. Die Hilfe muss jedoch gewaltige Dimensionen annehmen, die selbst die Leistungsmöglichkeiten der amerikanischen Juden übersteigen; sie darf nicht einer unzulänglichen philantropischen Aktion gleichen, muss vielmehr einen ernsten und wirtschaftlichen Charakter tragen. Zwei grosse Aufgaben müssen zugleich gelöst werden: das richtige Sammeln und das richtige Verteilen; beide Aufgaben sind aber aufs engste miteinander verknüpft, denn aus den Formen der Hilfe ergeben sich auch die Formen der Herbeischaffung der Mittel. Vor allem harrt das brennende Emigrationsproblem dringend seiner Lösung. Schon vor Jahres-