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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 232

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 232 (sequence 242)
Language
German
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232 zur Haustür hereinkam, entfloh Perez durch ein Hinterpförtchen, nachdem er sein bares Geld zu sich gesteckt hatte. Es war eine milde Frühlingsnacht, in welcher Perez eilig entfloh, all das zurücklassend, um dessentwillen einst sein Urgrossvater den Glauben Israels abgeschworen hatte. Wohin sollte der Unglückliche sich wenden, um sein Leben zu retten. Er beschloss, nach Madrid zu gehen. Vielleicht konnte er sich dort bei irgendeinem Marannen verborgen halten, bis es ihm möglich würde, das Land zu verlassen. Am 13. Tage des Monats Nissan mit dem Morgengrauen kam Perez in Madrid an; am Abend des folgenden begann das heilige Pessachfest! — Perez wagte es nicht, ein Haus zu betreten; auf der Strasse sandte er sein heissinniges Morgengebet zu Gott empor. Unterdes belebten sich die Strassen der spanischen Hauptstadt. Gemüsehändler kamen vom Lande herein und brachten ihre Waren zu Markt. Ihnen folgte Perez, ohne zu wissen warum. Da zog ein feingekleideter Herr seine Aufmerksamkeit auf sich, welcher, von einem Diener gefolgt, allerlei Einkäufe machte: Petersilie, Lattich und Meerrettich. Wie ein Blitz schoss es Perez durch den Kopf: Sollte dieser Herr ein heimlicher Jude sein, welcher seine Einkäufe für den Sedertisch besorgte? Sollte er bei ihm eine Zuflucht suchen? Aber wenn er sich getäuscht, wenn es nur Zufall war, dass dieser Herr jene Kräuter gekauft hätte, wenn er vielleicht gar einem bigotten Katholiken in die Hände fiele, der sich ein Verdienst daraus machen würde, einen Juden dem Scheiterhaufen zu überliefern? So zagte und bangte Perez; allein es blieb ihm keine Wahl. Nicht weit vom Marktplatze hielt eine Equipage, in welche der Herr mit den eingekauften Waren stieg, wäh-

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