Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 232)
- Language
- German
- Belongs to
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222 Breite nach von den herrlichsten Gräsern überzogen, von den schönsten Ölbäumen bestanden. Da hat das Auge schon seine Erquickung: ein Ährenstrom, der sich tief ins Tal hineinschlängelt. Ein junger Ölbaum-Hain, der wie eine Gesellschaft junger Burschen und Mädchen aussieht, die sich auf dem Felde versammelten, um Ringelreihen zu tanzen ... Ein arabisches Dorf liegt einsam und still da. Die weissgekalkten Dächer glühen in der Sonne. Die Höfe sind wie ausgestorben. Die Kinder haben die Schafe auf die Weide geführt. Die Frauen sitzen in den Hütten und warten auf die Männer. Die Greise, in ihren weissen Hemden, sind am Eingänge des Dorfes versammelt, sitzen dort im Schatten von Ölbäumen, an einem Bächlein, das durch die Steine rinnt, sehen den Frauen zu, die mit den Ochsen das Korn für sie dreschen, und besprechen gemächlich und mit ruhiger Würde die Gemeinde-Angelegenheiten ... Ein ganz Alter liest dann Verse aus dem Koran vor, und die anderen hören ihm nickend zu... Mittagsstunde. Es sollen die Schafe getränkt werden. Die kleinen Hirten stehen um den Brunnen mitten im Felde und warten, bis sie alle zusammen sein werden, um den Stein, der die Brunnenöffnung verschliesst, herabzuwälzen. Dann wird man die Schafe tränken und den Stein wieder an seine Stelle wälzen ... Und Jacob aus Berscheba kommt nach Charan, zu Laban, dem Aramäer, trifft die Hirten am Brunnen und fragt: „Woher seid ihr, Brüder?“ „Aus Charan sind wir.“ „Kennt ihr den Laban dort, den Sohn des Nachor?“ „Wir kennen ihn.“ „Geht es ihm gut?“ „Es geht ihm gut. Da kommt eben Rahel, seine Tochter, mit den Schafen ...“