Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 204)
- Language
- German
- Belongs to
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197 dir der hochwichtige Name „Adonai“. Allerdings ist diese Formel viel milder abgefasst, als die des Schwabenspiegels, die in einigen Städten der Schweiz vorgeschrieben war. Die Erwerbsmöglichkeiten der Juden im Mittelalter waren sehr beschränkt. Handel zu treiben war nicht leicht in jenen Zeiten, wo man der Willkür der Spiessgesellen ausgesetzt war, insbesondere w^enn man Jude, das heisst vogelfrei war. Es blieb der Wucher und das Pfandleihen. Dieser Erwerbszweig, den die Kirche den Christen verboten hatte, blieb die einzige Möglichkeit des Juden, sich Mittel zu verschaffen, um seine so sehr drückenden Abgaben zu entrichten. Schon früh wird der Zinsfuss in Zürich geregelt, der allerdings ziemlich hoch war. Es wird dann verboten, auf Kirchenschatz oder auf blutige Geräte irgend etwas zu leihen. Noch ein Beruf stand den Juden frei, das war der ärztliche. Wohl waren Verbote durch die Kirche erlassen gegen die Behandlung von Christen durch Judenärzte. Wir kennen jedoch eine Reihe von Päpsten, die jüdische Leibärzte besassen. So haben wir auch in Zürich etwaige Nachrichten von Judenärzten. Es soll bei der Vertreibung der Juden aus Zürich im Jahre 1423 auf alle Juden dieses Edikt angewendet werden, „ausgenommen Joseph, den Arzt, wegen seiner Kunst“. Im Jahre 1497 wird nur noch ein jüdischer Arzt, Lazarus, in den Akten genannt. Er bekommt die Erlaubnis vom Rat zu Zürich, sich in Wülfingen bei Konrad von Rümlang aufzuhalten. Es nähern sich die Zeiten, in denen es auch in Zürich den Juden immer schlimmer geht. Eine ganze Reihe von Verboten wird erlassen, die ihre Absonderung von den Christen zum Ziele haben. Es wird ihnen verboten, von der Mitte der grossen Woche an bis zum Samstag „daz man die Gloggen lütet“, sich weder auf der Strasse, noch in den Fenstern blicken zu lassen. Das Tanzen von