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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 194

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 194 (sequence 201)
Language
German
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194 Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer jeden jüdischen Ansiedelung, wo immer sie im Laufe der Jahrhunderte stattfand, dass man ebenso schnell, wie man für Wohnungen sorgt, auch eine Ruhestätte für die Toten bestimmt. Einen solchen Friedhof hatten nun die Zürcher Juden schon vom Beginn ihrer Ansiedlung an dei* Limmat. Er lag nach einem Beschluss des Rats von Zürich vom Jahre 1482 vor dem Lindentore. In dem oben erwähnten Briefe des Konstanzer Bischofs wird auch der Stadt Zürich die Erlaubnis zur Schaffung eines Friedhofs gegeben, da der Begräbnisplatz, den die Juden seit alten Zeiten gehabt hatten „per aquarum diluvium ac voraginem sit ante aliquod annos diruptum destructum atque devastatum“, — durch Überschwemmung und Wasserguss vor einigen Jahren verderbt und verwüstet worden war. Der neue Friedhof scheint an Stelle des Hofraumes und Gebäudes der 1866 eingeweihten Elementarschule am Wolfbach gelegen zu haben.1) Im Jahre 1382 entscheidet der Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich, dass nur diejenigen Juden, die ihren Teil zur Bezahlung des Friedhofes gegeben haben, dort begraben werden dürfen, dagegen durfte man dort „enkeinen Juden er sey jung oder alt der sin Gut nach sein Steuer jez an denselben Friedhof nit geben hat, darin nicht legen noch begraben sulten lassen.“ Seit dem Jahre 1423 und hauptsächlich seit 1431, mussten die Juden, die in Zürich, Bremgarten, Mellingen und Rapperswil Bürger waren, von jedem Leichname einen Gulden entrichten, für die Aufnahme fremder Juden sollte man in jedem Falle mit dem Bürgermeister und den Räten Übereinkommen, was die Juden zu bezahlen haben. In den Jahrhunderten, nachdem die Juden aus der Stadt vertrieben wurden, scheint der Friedhof verwahrlost und zerstört zu sein. Noch in der zweiten Hälfte des 9 Voegelin: Altes Zürich. I. Band S. 421.

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