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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 183

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 183 (sequence 189)
Language
German
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IRI
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183 sich mit dem Herstellen von Schabboslampen befasst haben. Im Jahre 1809 wird ein Erlass des damals als kulturell fortschrittlich geltenden Kanton Aargau zur freien Ausübung von Künsten, Wissenschaft, Fabrikation, Handwerk und Ackerbau für die Juden im Amtsblatte verkündet. Es ist aber nur ein Scheinerlass, indem die Grosszügigkeit dieses Fortschrittes sich, auf das Gebiet der beiden Gemeinden beschränkt. Das Wirtschaftsgewerbe hat das Joch des Mittelalters bis fast zur Emanzipation tragen müssen; so wird anno 1798 in einem Erlass festgesetzt, dass Koscherwein ausnahmsweise verkauft werden darf. Auch das Beherbergen von durchreisenden Juden war meist nur mit obrigkeitlicher Genehmigung gestattet. Sämtliche eigentlichen Handwerkerberufe stammen fast durchwegs aus dem Anfang des XIX. Jahrhunderts. Zwar wurden im Jahre 1516 im Verlag von Georg Froben in Basel verschiedene, hübsch ausgeführte hebräische Werke gedruckt und in den Handel gebracht; ob hieran jüdische Hände gearbeitet haben, ist völlig im Dunkeln. Hingegen die Buchdruckerei von Wilhelm Haas in Basel hat anno 1816 verschiedene Werke in den Handel gebracht wie Tenach, Machsorim und eine bekannte Hagadah für Pesach mit sehr fein ausgeführten Holzschnitten, die von dem bekannten Christian von Mechel signiert sind. Diese Hagadah ist heute noch im Besitze verschiedener jüdischer Familien in der Schweiz. Im Besitze der Gesellschaft für Völkerkunde in Basel ist ein jüdischer Ehevertrag von anno 1703 auf Pergament mit fein ausgeführtem Randkolorit und diversen farbigen Wappen und etwas Scherenschnitt. Mit keramischen Arbeiten hat man sich wenig beschäftigt. Im Besitze des Historischen Museums in Basel befindet sich seit kurzem eine kleine Terracotta-Gruppe übermalt und unten bezeichnet mit Rüstungen auf »Schabbis« (!). Die Frau rechts befasst sich mit dem Stopfen einer Gans. Dieses originelle Stück, auf welches der Verfasser durch den Konservator des Historischen Museums in Basel, Herrn Dr. Ru-

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