Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 190)
- Language
- German
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184 dolph Burckhardt hingewiesen wurde, wird hier zum ersten Male reproduziert. Es stammt etwa aus dem Jahre 1830. Ein Bild von Johann Jakob Oechslin, Maler und Bildhauer, geboren in Schaffhausen, 1802—1873, stellt eine Judengesellschaft aus Gailingen, im Gipsabdruck erhalten, vor. Oechslin lebte in Schaffhausen und kam viel mit den Juden der nahen Umgebung zusammen. Es war namentlich das Volk der Juden, das er mit gutem Humor und öfters mit scharfer Satyre behandelte. Von einem Chajmle Dreifuss1) aus Endingen sind noch einige hübsch ausgeführte Kalender vom Jahre 1816 im Besitze verschiedener alteingesessener Familien. Woelfele Bollag, der in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts geboren und in den 40er Jahren seine Tätigkeit als Sofer (Thoraschreiber) begann, verwendete seine in Bern erworbenen Kenntnisse im Zeichnen und Malen, speziell zum kunstvollen Bemalen von Mappes, (Wimpeln) deren heute noch in Endingen und Lengnau zu finden sind. Ein grosser Förderer der Industrie und Landwirtschaft war Markus Dreyfus von Endingen.1) Trotz Mithülfe von Freunden und Zusage einer Unterstützung von seiten des Kantons Aargau konnten seine Ideale nicht genügend zur Ausführung gebracht werden. Seine Bemühungen, Verdienst ins Dorf Endingen zu bringen, wie die Drähtlizwirnerei für die Hutfabrikation, blieben nicht erfolglos. Bereits in jeder Familie schnurren die Rädchen und brachten für eine Zeitlang der weiblichen Jugend Verdienst. In diversen Familien beschäftigte man sich mit Spinnen und Weben für die Herstellung von Taleissim, sowie auch mit dem Besticken von Leinenkissen mit Seide, Arbeiten aus Filet mit Figuren, welche den Sedertisch schmückten. Markus Dreyfus, dem die traurige Stellung der Juden im Gebiete der beiden Gemeinden und in der übrigen Schweiz viel zu denken *) Lt. Mitteilung von Herrn Emil Dreifus in Genf.