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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 182 (sequence 188)
Language
German
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182 Freiburg, welche anno 1459 grosse Ebbe in der Stadtkasse hatte, hielt der Rat die Juden an, 4—500 Gulden auf einen Monat als Anleihe ohne Zinsbezug zu verabreichen. Die spanisch-portugiesischen Juden, welche infolge der Inquisition nach Holland kamen, haben ihre Handelsverbindungen nach allen Weltteilen wieder begonnen und auf diese Weise Holland den grossen Anteil im Welthandel vom Mittelalter bis zum Anfang des XIX. Jahrhunderts gebracht. Dies musste den mannigfatigen Behörden der Eidgenossenschaft nicht genug bekannt gewesen sein, sonst wären nicht so klägliche Gesetze über Handel und Messebesuch gegenüber den Juden entstanden, wie sie die Geschichte der Eidgenossenschaft zeitigt. Die wenigen Juden, welche durch Schutzbriefe des benachbarten Deutschland, so zum Beispiel aus Frankfurt am Main, Strassburg, Worms etc. in das Gebiet der Eidgenossenschaft gekommen sind, um die Messen zu besuchen, Hessen von kundiger Hand schon im XVI. Jahrhundert in Zofingen, Burgdorf, Zürich, Bern und Solothurn, wo die Gold- und Silberschmiedekunst blühte, die schönsten Arbeiten aus Silber, wie Esrogschalen, Besomimbüchsen u. a. m. anfertigen. Leider wurden diese seltenen Kunstgegenstände, welche zum grossen Teil ererbt und erworben als Familienstücke im Besitze verschiedener ansässiger Familien waren in den Jahren 1840 bis 1870 an ausländische Kunstliebhaber verkauft. Im Jahre 1806 wurde die Ausübung des Handwerkerberufes für die Juden der beiden Gemeinden laut Gesetzesnovelle des Kantons Aargau gestattet; aber die unruhige politische Zeitperiode von damals war nicht derart dass die Juden sich diesem Berufe widmen konnten, indem die napoleonischen Kriege das Wirtschaftsleben sehr ungünstig beeinflussten. Die Schabboslampe, welche beinahe jede jüdische Schweizerstube schmückt, stammt meist aus dem benachbarten Eisass; nur in Brugg soll eine Zeitlang eine Giesserei

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