Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 187)
- Language
- German
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181 Seine Seele sei geborgen im Gewahrsam der ewig Lebenden. Amen — Selah. * * * Die Tätigkeit auf dem Gebiete der Medizin, welche die jüdischen Ärzte sich aneigneten, verschafften ihnen schon im frühesten Mittelalter einen besonderen Ruf. So hatte Baden einen bekannten jüdischen Arzt namens Joseph anno 1423. Wülflingen im Kanton Zürich war in den Jahren 1497 bis 1502 ein gern besuchter Platz wegen der grossen Tätigkeit des jüdischen Arztes namens Lazarus. Luzern verzeichnet im Jahre 1544 den Juden Abraham von Uri als Arzt. Anno 1544—1563 praktizierte Dr. Samuel Tedesco in Luzern und hinterliess einen sehr guten Namen. Als im Jahre 1564 Dr. Samuel Tedesco starb, erklärte sich Zacharia detto il Todescino aus Cremona bereit nach dorten zu kommen, da er vernommen, die Luzerner wünschen wieder einen guten jüdischen Arzt. In Freiburg hielten sich fast ständig jüdische Ärzte auf. Eine Verordnung von anno 1459 gesteht den Juden in Freiburg eigene Schulen und Friedhof zu laut folgendem Inhalt: «So mögen sie haben ir buch er und ir gebet und schul in husern halten. Die toten begraben nach ir gewohnheit, on all intrag, irrung bekumerniss oder widerred.« * * * Über den Handel der Juden weiss die Geschichte jener Zeit nichts zu berichten, was sich wohl durch die gegen die jüdischen Messebesucher erlassenen Gesetze erklärt. Den bekannten mittelalterlichen Beruf der jüdischen Geldverleiher kannte man im Gebiete der eidgenössischen Landen auch. Schon im Jahre 1383 veröffentlichte ein Dekret der Behörde der Stadt Luzern, dass die Juden vom Betrieb der Wechselgeschäfte ausgeschlossen sind, trotzdem dies fast der einzige gesetzlich sanktionierte Erwerbsberuf war. In der Stadt