Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 159)
- Language
- German
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156 Salomo oder Christus den Richter zwischen streitenden Parteien darstellt. Die übrigen Länder Europas bieten für die Kenntnis der Holzschnitte über Themen des alten Testamentes recht wenig. In Frankreich und England war der niederländische Einfluss vorherrschend. Wohl haben wir eine grössere Anzahl von künstlerisch hervorragenden Dokumenten im 15. Jahrhundert festzustellen, ich habe aber nur wenige Beziehungen zum alten Testament finden können. In der »Bibliothèque Nationale de France« wird eine Serie von Holzschnitten aufbewahrt, die unter dem Titel »Les neuf Preux« in der Kunstgeschichte bekannt ist und etwa um das Jahr 1460 erschien. Die Blätter sind mit französischem Text versehen und stellen je neun jüdische, heidnische und christliche Ritterhelden dar. Es ist interessant, hier zu erwähnen, dass der Meister Jacob Corneliszen von Ostsanen (Jacobus Amsterdamensis), der 1506—1530 lebte, ebenfalls neun Helden der Welt dargestellt hat, nämlich: Hector, Alexander der Grosse und Julius Cäsar; Josua, David und Judas Maccabeus, Arthus, Karl der Grosse und Gottfried von Bouillon. Da die Buchillustration in Frankreich länger als in allen anderen Ländern von der Miniaturmalerei abhängig blieb, wurde dem Schnitt dieses Gebiet erst später erschlossen. Unter den verbreiteten und sehr beliebten »livres d’heures« seien die 1490 von Verard in Lyon veröffentlichten »Figures de la Bible« hervorgehoben. In England blieb der Holzschnitt im 15. Jahrhundert noch in kümmerlichen Anfängen stecken; erst als Holbein von Basel nach England kam, machte sich dessen Einfluss bald angenehm bemerkbar; doch fällt dies schon ausserhalb der heutigen Betrachtung. — Für Italien kommt die von Guilelmus de Tridioo 1493 gedruckte Ausgabe der Malermibibel in erster Linie in Frage. Ich habe schon oben ausgeführt, dass die von Strassburg ausgehende Neubelebung der Holzschnitttechnik auch im Ausland Beachtung fand. In erster Linie gilt dies für Italien. Hier wirkte