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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 150

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 150 (sequence 153)
Language
German
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IRI
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150 Ferne, wo am Horizont ein Dörfchen unter dem Schutz eines Kirchturms träumt; auch in Bild 32 treffen wir nochmals mit den Beiden zusammen; hier erscheint der Kopf und die Haltung Davids karrikiert, ohne dass ich mir den inneren Zusammenhang erklären könnte. — Die letzten Seiten des Buches lassen düstere Bilder aus dem Leben Davids an unserem Auge vorüberziehen: »David flieht mit seinem Hofstaat vor Absalon und wird von einem Mann mit Steinen beworfen«, «David als Sünder«, »Davids Tod«. Auf der Flucht vor Absalon zeigt sich die innere Grösse des Menschen David irdischem Unglück gegenüber. Erg^bungsvoll und in tiefer Traurigkeit, nur von Wenigen begleitet, flieht David. Die Begleiter empfinden anders als ihr Herr: Auflehnung und Trotz, Rachsucht und Wut, Kampfeslust und Hass sind auf ihren Zügen wie mit dem Meissei eingegraben und wehe dem Feigling, der von rückwärts mit höhnischem Grinsen Steine auf ihren König wirft, wehe ihm, wenn er in ihre Hand fällt! Alles dies sagt das Bild: eine schwache Linie, oft nur ein Schatten geben uns Aufschluss über die tiefsten Vorgänge im Hirn und Herzen dieser Flüchtigen. — Und grösser noch wächst vor uns die Hirtengestalt des jungen Königs, wenn wir ihn kniend sehen und uns der Bibelstelle erinnern: «David sah den Engel Gottes und sprach: Ich habe gesündigt«. Über den Wolken erscheint mit gezücktem Schwert der Engel und schaut auf David nieder, der neben einem Stadttor hingekniet ist und in tiefster Insbrunst mit Gott um Vergebung ringt. Jede Falte des wallenden Mantels, jede erahnte Linie des Körpers atmet Hingebung im Gebet und Vergessen an die irdische Welt; da der Künstler proportionell David über die Höhe des Stadttors hinaus gegen den Himmel hat wachsen lassen, so darf man darin nicht nur eine willkürliche zeichnerische Freiheit sehen, sondern vielleicht auch eine symbolische Andeutung. Und wenn wir den in der Ekstase des Sündenbekenntnisses bebenden David verlassen

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