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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 148

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 148 (sequence 151)
Language
German
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IRI
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148 hic intenta«. Dies ist im »primo libro regum« vollauf gelungen. Ich will kurz auf die originellsten Tafeln hinweisen. Im ganzen besteht das Buch aus 20 Blättern, die senkrecht in der Mitte geteilt sind und hierdurch 40 Bildern Raum gewähren. Ein erläuternder Text begnügt sich mit einer dürftigen Beschreibung des Dargestellten, man möchte glauben, dass der Verfasser von der Absicht ausgegangen ist, in erster Linie das Bild sprechen zu lassen. Der Cyklus beginnt mit einer Schilderung aus der frühesten Jugend Samuels, wie er zum erstenmal in den Tempel gebracht wird; das gegenüberstehende Bild stellt »Das Traumgesicht Samuels« dar. Der Künstler hat im zweiten Bild unverkennbar bereits das Bedürfnis empfunden, das Seelische in diesem Vorgang zum Ausdruck zu bringen. Die auf einen Schemel mit dem einen Arm aufgestütze, in kindlicher Unschuld auf dem Boden ausgestreckte Gestalt des kleinen Samuel atmet die Ruhe und das Vergessen des Schlafenden. Prächtig wölben sich hinter dem kleinen Körper die Bogen des gotischen Tempels und die schlanken Säulen, die den Weg zu den Tempellichtern zeigen, verleihen dem Raum Feierlichkeit und Tiefe. — Bild 4 lässt uns Samuel begegnen, wie er zu Gott für den Sieg seines Volkes betet, das in schwere Kämpfe mit den Philistern verwickelt ist. Nicht der Tempel ist hier die Stätte seines Flehens, sondern mitten im Grauen des Schlachtengetümmels kniet er nieder, der Gottesmann im wallenden Kleid, ohne Schild und Speer, nur gewappnet mit dem Vertrauen zu seinem Gotte. Ein krasser Gegensatz wird auf dieser Tafel enthüllt: zwischen der in Waffen starrenden Kriegerschar ein Einzelner, ein Ringender wie die anderen — und doch sind aller Augen auf ihn gerichtet: auch für unsere Zeit hat das Bild noch manchen feinsinnigen Nebenakkord — die Beschauer mögen ihn sich selber suchen. Tafel 4 stellt die Krönung Sauls dar. Der festliche Akt ist mit grosser Kraft zum Ausdruck gebracht; am meisten tragen die von dem Hintergründe herbeiströmen-

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