Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3135693-3135698--0976-3136701- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Graphische Darstellungen aus dem alten Testament im 15. Jahrhundert. . Wenn ich hier im Rahmen dieses Jahrbuches den Versuch mache, aus einer gewissen Epoche die wichtigsten Werke auf dem Gebiete des Holzschnittes, des Kupferstiches und der Radierung, soweit sie Motive des alten Testamentes darstellen, zu besprechen, so fühle ich mich dem Leser gegenüber verpflichtet, einige grundsätzliche Bemerkungen vorauszuschicken. Die Frage erhebt sich, warum nicht bedeutendere und infolge der äusseren Struktur dem Auge zugänglichere Schöpfungen der Malerei hier eine Würdigung fanden, nachdem wie einst auch heute noch für die meisten Beschauer es die Farbe ist, die der Form erst den letzten Inhalt verleiht. Die Antwort ist rasch gegeben: gerade weil die monumentale Kunst sich mit erhobener Stimme an die breitesten Schichten der Bevölkerung wendet, ist es wichtig, einmal das Interesse auf die im Format kleineren, im Gehalt aber oft so viel wertvolleren, graphischen Blätter hinzulenken. Und noch eine Ueberlegung war für die Wahl dieser Ausdrucksform in erster Linie mitbestimmend: die Versenkung in diese Schnitte und Stiche führt uns besser zurück in das Empfindungsleben jener Meister der Griffelkunst, als die Betrachtung der durch äussere Einflüsse und leider nur zu oft auch durch schädliche Restaurierung entstellten Gemälde jener Epoche. Unverändert haben diese kleinen und kleinsten Dokumente den Jahrhunderten getrotzt und wo die Feuchtigkeit mit hässlichen, gelben Flecken stören wollte, da zwingen wir das Element durch eigene Mitwirkung die Schäden wieder gutzumachen. Wir dürfen