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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 127

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 127 (sequence 129)
Language
German
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127 Hagada herzustellen. Er will die Thora auch philosophisch begründen, während Raschi sich getreu an den Text der Bibel hält; sein Perusch ist die Folge seiner geistigen Einheitlichkeit, kein innerlicher Riss der Alexandrinischen Schule, keine Forschung und Philosophierung der sephardischen Schule. Raschi ist ganz und seine Schule ist die natürliche Fortsetzung des historischen Kernjudentunis (יהדות המקורית), von den Tanaim, Amoraim, Rabanan, Saworai kommt man zu Raschi ohne Differenzen zu fühlen. Raschi steht auf dem Boden der heiligen Apriorität der Thora und erklärt nur diese. Er erklärt den Satz Bereschit bara Haschern (Im Anfang schuf Gott); aber er geht immer vorwärts, er fragt nicht, was geschah und was war vor der Weltschöpfung. Als Pädagoge kommt er natürlich zu Chakirath Hamikra, aber niemals zur modernen Bikoreth Hamikra. (Es besteht unserer Meinung nach ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Chakira und Bikoreth. Chakira-Forschung auf dem Boden der Apriorität gebaut — Vertiefung, dagegen Bikoreth — Negation der Apriorität.) Bemerkenswert ist, dass der Perusch RaschPs zur Thora Einfluss auf die christlichen Gelehrten jener Zeit ausgeübt hat. Selbst Nikolaus de Lira (welcher 200 Jahre nach Raschi lebte) behauptete, dass das beste Mittel zur Forschung der Bibel für ihn Raschi’s Kommentar gewesen sei. Es ist zu begreifen, denn die Bibelkritiker jener Zeit nehmen als Mittel zur Forschung die buchstäbliche Texterklärung. Auf diese Weise ist der natürliche Perusch von Raschi von stärkster Wirkung. Auch bei Luther finden wir den indirekten Einfluss RaschFs, denn der vorerwähnte Nikolaus de Lira übte wie bekannt grossen Einfluss auf Luther aus, und wir finden wirklich bei der Bibelüber- Setzung von Luther die fast immer starke Annäherung an den Text, an ״Gottes Wort“. Wie hoch Raschi eingeschätzt wurde, erweist die Tatsache, dass sein Perusch der

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