Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 128)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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126 sammelte er in mehreren Jeschiwoth Erklärungen zum Talmud, um eine einheitliche Erklärung zu schaffen. Was Raschi geleistet hatte und wer er für uns war, sieht man wohl nicht nur aus dem, was er geschaffen, sondern es leuchtet dort am klarsten, wo sein Kommentar fehlt. Diejenigen Traktate des Talmuds, die er nicht vollendet hat, weil der Tod seiner fleissigen Hand den Schreibgriffel entwand, konnten durch niemand in seinem Geiste und Style ergänzt werden, denn niemand von den nachkommenden Gelehrten besass in so vollem Masse sein wunderbares, didactisches Talent. — So hat sein Enkel ״Roschbam“ einige Perokim, welche Raschi nicht vollenden konnte, kommentiert, aber nicht so wie Raschi, denn er vermochte es nicht, die Harmonie zwischen Pschat und Drasch herzustellen. Als Lehrer, als Pädagoge ist Raschi unerreicht; er hat viel dazu beigetragen, dass das Talmud- Studium wieder zum Aufleben gekommen ist. RaschPs Kommentar führt uns wieder und immer zum tieferen Verständnis der Texte des Talmuds und lässt uns in seine Tiefe eindringen, während andere Kommentare nur trockene Erklärungen ohne Saft und Kraft geben. Raschi hat den Talmud ßawli gefunden und der Talmud Bawli hat sein Aräschet (Ausdruck) in Raschi gefunden. Wenn selbst die Weisen sagten במחשבים הושיבני זה תלמוד בבלי kann man sehen, wie viel Licht uns Raschi durch seinen Kommentar gebracht hat. Durch seine besondere Art der Darlegung, durch seinen Styl und durch seine Sprache, durch seine Verbesserung der Lesarten, durch seinen klaren, geraden Blick (nicht Pilpul) hat er den Talmud hell und klar gemacht für alle Zeiten, für das ganze Volk. Raschi’s Perusch zur Thora ist so bedeutungsvoll, wie sein Perusch zum Talmud. Er ist der natürlichste und passendste; wissenschaftlich steht der Perusch von Ibn- Esra oder von R. Sadja-Gaon höher; letzterer besonders bestrebte sich, einen Ausgleich zwischen Halacha und