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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 119

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 119 (sequence 121)
Language
German
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119 wolle zum Judentum übertreten. Nur störe ihn in der heiligen Schrift, die ihm im übrigen ausgezeichnet gefalle, ein Satz: Gott, so heisst es, liebt den Fremdling, ihm Brot und Gewand zu geben. Brot und Gewand, sprach der Römer, hat auch der Geringste von meinen Sklaven. Das Versprechen vgn Brot und Gewand kann mich gewiss nicht verlocken, das Judentum anzunehmen. Da sprach Rabbi Elieser zu ihm: Wenn dir dasjenige nicht genügt, um das unser Vater Jakob so herzinnig gebetet hat, ״Gib mir, o Gott, Brot zu essen und ein Gewand anzulegen“, wenn du nicht bescheiden bist in deinen An- Sprüchen an das Leben, so wäre es besser, du würdest dem Judentum fern bleiben. Jakob unser Stammvater sei, wie in allem, so auch in seiner Bescheidenheit unser Vorbild. Wie würde die Hast und Ruhelosigkeit, mit der wir durch das Leben jagen und uns selbst um die höchsten Güter des Daseins bringen, aufhören, wenn wir anspruchsloser wären und nicht einer dem andern in Reichtum und Luxus es gleich und zuvortun wollte. Einst, so sagen unsere Weisen, wird der Prophet Elia das Fläschchen mit dem Manna zurückbringen, das verloren gegangen ist. Das Manna ist das Bild der Einfachheit und Genügsamkeit. Eine Vorbedingung der Erlösung und des wahren Glückes ist Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit! IV. צלתה מרובה מחמתה Die Hütte muss so beschaffen sein, dass in ihr mehr Schatten ist wie Licht. Sonst ist sie zur Benutzung ungeeignet. Eine grosse und tiefe Lehre der Erziehung liegt in dieser Bestimmung. Die meisten Eltern sind gegen ihre Kinder schwach. Sie suchen ihnen jeden Wunsch zu erfüllen und jeden Stein des Anstosses aus ihrem Lebenswege zu entfernen. Mein Kind soll es einmal gut haben, besser wie ich es hatte, so sprechen

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