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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 107

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 107 (sequence 109)
Language
German
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107 Heiligkeit, und nachher in der Entwicklung wurden sie übertragen für die körperlichen Dinge, als Symbole der entsprechenden höheren Gedanken.“1) Dies sagt er im Gegensatz zu der Ansicht des Maimonides im Führer, nach welchem die Attribute nur Metapheren sind.2) Der Vertreter der „logischen Methode“ im Talmudstudium, R. J. J. Reines, sucht dies zu verdeutlichen, indem er sagt, dass die hebräische Sprache in ihrem Ursprung und ihrem Wesen sich auf abstrakte und geistige Begriffe bezieht und erst nachher in der sinnlichen und praktischen Welt sich entwickelt hat, indem die Begriffe sich in sinnliche und praktische Gegenstände gekleidet und mit ihnen vereinigt haben. Dies, sagt er, stimmt überein mit dem, was die Kabbalisten sagen, dass die hebräische Sprache Laschon hakodesch genannt wird, da ihre Wurzeln der höheren Welt entnommen sind.3) Aus der Identität von Sprache und Gedanken folgt die Unmöglichkeit einer genauen, adäquaten Übersetzung. Alle andern Sprachen sind nur eine Interpretation der heiligen Sprache, und wer vermag bei der Interpretation zur vollkommenen Genauigkeit zu gelangen, wie dies R. Abraham ibn David in bezug auf Kriath Schma im Gegensatz zur Ansicht der Maimonides sagt,4) nach welchem jeder in der von ihm verständlichen Sprache das Schema!) Sehne Luchoth habrith v. Ra. Jesaia Hurwitz. Bethamidrosch S. 13 und Massechet Pessachim Ausg. Amsterdam S. 180. vgl. auch Ha Kethab we Hakabala von R. J. Z. Mecklenburg, Bereschith cap. 2. 2) Auch R. Joseph Salomo de Medigo im Anfänge des Buches Koach Haschern und auch im ”NobIoth Chochma” fol. 75 polemisiert im Namen eines Comm. des Kabbalisten, R. Josef Gikattilia zum ”Führer” gegen diese Ansicht des Maimonides. 3) R. J. Jakob Reines, Chotham Tochnith, Teil II, S. 254 ff. 4) Rabed zu Maim. H. Krias Schema cap. 2, vgl. auch H. Megillo cap. 2. Entsprechend entscheidet Maimonides, dass derjenige, der eine fremde Sprache versteht, und in diesem Schema oder die Megilla lesen will, seiner religiösen Pflicht genügt hat. Nach der Ansicht von Raschba und Nachmanides aber bezieht sich die Mischna Sota VII, 1, welche von der Zulässigkeit der fremden Sprache für gewisse Fälle handelt, nur auf einem Ort, wo eine fremde Sprache Sprechenden das Hebräische nicht verstehen, wie es auch Jeruschalmi daselbst heisst, vgl. auch Ribasch, Responseri No. Trefflich sagt einer der späteren Dezisoren: Den he-

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