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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 106

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 106 (sequence 108)
Language
German
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IRI
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106 kenner von der Targum-Übersetzung zur Stelle: der Mensch wurde zur lebendigen Seele, zum sprechenden Geiste — לנפש היה-לרוה ממללא — geläufig.1) Die hebräische Sprache wird die heilige Sprache — loschaun hakodesch — genannt, weil sie die göttliche oder natürliche Sprache ist, die der Natur der Dinge und den wahren göttlichen Erkenntnissen entsprechend ist. Dies ist die allgemeine Ansicht der hebräischen Philosophen und Grammatiker R. Abraham ibn Esra, R. Jehuda Halevy, die sich auf das Grundbuch der jüdischen Geheimlehre, das Buch Jezira, das auch der hebräischen Sprachwissenschaft als erste Quelle dient, stützen2) und von denen die neujüdische Philosophie hinsichtlich dieser Lehre von Don Jizchak Abrabanel3) und R. Asarja de Rossi4) bis auf Mendelsohn5) beeinflusst ist. Nach der Lehre der Kabbalisten wird die hebräische Sprache loschaun hakodesch genannt, weil sie Geist vom Geiste ist, emaniert von der Quelle der Heiligkeit.6) Wie es heisst im SchMoh: ״״Laschon hakodesch will sagen: Emanation aus dem Wesen der Heiligkeit, der Ewigkeit, und wir bedienen uns ihrer zu körperlichen Dingen als Übertragung. Alle Attribute, die sich auf Ihn beziehen, sind heilige Sprache, die göttlichen Namen selbst sind in J) Bäcker C. F. Organismus der Sprache § 1. Die Verrichtung der Sprache ist eine organische, weil Denken und Sprechen innerlich eines ist und der Mensch ist, wie W. v. Humboldt sagt, nur Mensch durch Sprache. 2) Ibn Esra Buch Zachot an vielen Stellen und Anfang Pforte der Buchstaben und Kusari, Abschnitt II §§ 66 bis 81 und Abschnitt IV § 25. 3) Kommentar zur Bibel, Genesis Kap. 2, wo er sich ausdrücklich auf Kusari beruft, indem er anführt, dass auch die nicht jüdischen Gelehrten dieser Ansicht zustimmen. 4) Meor Enajim cc. 57, 58, ”der sich R. Jehuda Halevi als Krone auf sein Haupt setzt”, so wie sein Freund Moscato, der auch in Mantua wohnte, der grosse Kommentator des Kusari. 5) Hebr. Komm, zu Maimunis Miloth Hahigojon, Vorrede. 6) Buch Jezira Kap. 1 Mischna 10 und Comm. des Rabeddas; Pardes Rimonim, von R. Moses Cordovero, Pforte Ha Kinejim Kap. 1 und Pforte haothijoth cap. 1.

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