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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 99

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 99 (sequence 101)
Language
German
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99 in kurzen praktisch-ethischen Aussprüchen, Akusmen, und in Sinnsprüchen, Symbolen, welche in ihrer Struktur und zum Teil auch in ihrem Inhalt, den Sprüchen Salomos und Kohelet gleichen. Es kann dies wohl zur Vermutung berechtigen, dass Pythagoras von den Propheten und den ersten Chassidim in Israel manches gelernt hat, was die Alexandriner, wie überhaupt alle Biographen des Pythagoras, behaupten.1) 9 Aristobulus in seinem Briefe an König Ptolemäus bei Eusebius, Praep. ev. XIII, 12 Hv'&ayoqag tioäÄcc xcöv 71aq nf^uv paxavayxag Eig t7]v aavzov boypaxo7zo1av xaxaycoQLGav. Porphyrius vita Plato־ nica sagt: Pythagoras kam zu den Hebräern und lernte von ihnen die Kunst der Traumdeutung und die Prophetie, ähnlich bei Jamblichus, vita Platonica, 14, nach der Anmerkung bei Ritter, Geschichte der Philosophie Bd. 1, S. 345. Besonders wichtig aber ist das Zeugnis des berühmten und glaubwürdigen Historikers und Biographen Hermippus, auf welchen sich Josephus gegen Apion 22, indem er von ihm längere Zitate anführt, stützt und hinzufügt: Mit Recht wird also behauptet, dass dieser Mann viele Gesetzesbestimmungen der Juden in seine Philosophie aufgenommen habe. Die neue Kritik schenkt zwar dem Zeugnis der Biographen keinen Glauben, indem sie sich grundsätzlich auf die historische Wahrscheinlichkeit beruft. Da aber viele Juden damals in dem Palästina benachbarten Phönizien wohnten, und Pythagoras, wie auch die neuen Historiker annehmen, ausser Aegypten auch Phönizien, den Wohnort seiner Eltern, besucht hat, zumal von seinem Wohnort, der Insel Samos aus, ständiger Schiffsverkehr mit Phönizien vorhanden war, ist es daher selbst nach der historischen Wahrscheinlichkeit gerechtfertigt anzunehmen, dass Pythagoras dort von der Lehre der Hebräer und ihrer Propheten gehört, und nach seiner Art, von Anderen zu lernen, deren Heraklit ihn ja beschuldigt, von ihnen manches entlehnt hat (vgl. auch Windelband W. Geschichte der antiken Philosophie S. 258). Viele seiner Akusmen, für welche man Parallelen in den egyptischen Bussformeln finden wollte (vgl. Gomperz Th. Griech. Denker I. S. 108 ff.), — ein Vergleich, der jedoch sehr künstlich ist und von Manchen, so auch von Göttling, mit Recht abgelehnt wird, lassen sich leicht mit Sätzen aus der Bibel, den Sprüchen Salomos und Kohelet vergleichen. Im Anschluss an die bei Göttling zusamengestellten Akusmen und Symbole z. B. sei auf einige Parallelen hingewiesen: XVII, cpvxbv fi^aqov f17]xa yztvaiv..., 7), ,Ev öctyczvAico ehtova S'aöv pr} Txaqicpaqaiv, ... 9), M7j cpolvina cpvzavaiv,... erinnern an: Du sollst keinen Genussbaum vernichten, an das Bilderverbot und an das Verbot der Vermischung von verschiedenen Pflanzen. I,s1glaqov a7xL(bv 7xqoa%1v^Ga1, XVI, Ex^vd'aiv, XXIV, pa{,ivriad'cu xd qrjd'av, xal u7]öiv a1xi\ AayeCv, sind in einer Stelle in Kohelet fast wörtlich zu finden: Hüte deine Füsse, wenn du ins Gotteshaus gehst, sei nicht vorschnell mit dem Munde und dein Herz beeile sich nicht, ein Wort herauszu-

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