Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 94)
- Language
- German
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92 dies bei Rabbi Abraham ibn Daud in seinem Werke ״Emuna Ramah“, welches einen Übergang zum ״More Nebuchim“ bildet, der Fall ist. Im ״More Nebuchim“, sowie im ״Kusari“ von R. Jehuda Halevy ist auch, abgesehen von den systematischen Gründen, eine Anordnung entsprechend dem ersten und zweiten Buche der heiligen Schrift zu finden. Die Philosophie des R. Abraham ibn Esra ist in seinem Bibelkommentar enthalten. Die alexandrinische Religionsphilosophie ist im Anschluss an die heiligen Gesetze gegeben; die Schriften Philo's, sowie Aristobuls Schrift %d>v t8qq)v vö^ov eqtieveia x) sind in ihrer Struktur, sowie auch in ihrem Inhalt den Midraschim der Weisen ähnlich.* 2) Der jüdischen Wissenschaft ist eine gesetzesm ä s s i g e und sinnspruchartige Struktur eigen (thoranith umischlith) תורנית ומשלית. Sie wird als Gebot oder Halachah ausgesprochen, die sich auf die Tat bebeziehen, in kurzem Ausspruch als Aphorismus oder als Sinnspruch; so die Lehre der Bibel, die Mischna, die Sprüche Salomos und Kohelet. Thora bedeutet Lehre, die theoretisch und praktisch zugleich ist. Wenn etwas von nur theoretischem Werte ist, sieht sich der Talmudist zur Frage veranlasst: ״Was liegt daran?“ lema nofko minoh. Sein Grundsatz lautet: Gross ist die Lehre, die zur Tat führt. Der Weise schickt dei Lehre seine Taten voraus, die von dieser bestimmt sind. Entscheidend ist die Tat (maasse raw). So sagt Philo von unsern Vätern und unserm Ge- 9 Eusebius, Praepar. ev. VII, 13. Siehe E. Zeller, Philosophie der Griechen, Bd. III. und Freudenthal, Hellenistische Studien S. 00, welche sich gegen diejenigen wenden, welche, wie M. Joel (Blicke in die Religionsgeschichte I Aristobulus) die Existenz von Aristobulus und seiner Schrift verneinen. 2) Siehe 1. Philo’s Werke übers, von Leopold Cohn I. und II. Bd., von welchem fast auf jeder Seite Stellen aus Midrasch und Talmud angeführt werden.