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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 54

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 54 (sequence 55)
Language
German
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54 reichen Kurgästen viel für seine Sammlungen tun zu können. In Wirklichkeit wünschte sie, ihm bei dieser Gelegenheit. eine kleine Ausspannung und Erholung zu verschaffen. Aber während er seiner Gattin sonst keinen Wunsch versagte, schlug er ihr diese Bitte ab. Dabei hat niemand den Rabbi jemals missmutig oder unlustig gesehen. Immer sahen wir ihn fröhlich und heiter. Der Gedanke, sich im Dienste des Höchsten zu mühen, das Gute zu wollen und zu erstreben, das Bewusstsein der erfüllten Pflicht Hessen ihm alle Arbeit leicht erscheinen und machten ihn glücklich und zufrieden. Des Morgens stand er sehr früh auf. Rabbiner Dr. Rosenthal in Breslau, einer seiner ältesten Schüler, erzählt, dass er in Eisenstadt zusammen mit andern Bachurim bereits des Morgens von 2—4 Uhr den Unterricht des Rabbi genoss. Zu der Zeit, da ich der Schüler des Rabbi war, stand er morgens um 3 Uhr auf. Dann kochte er sich selbst schwarzen Kaffee, wie er es von seiner Studenten־ zeit gewohnt war und studierte und forschte einige Stunden lang. Es waren die einzigen am Tage, in denen er vor Störungen sicher war. Dann ging er in die kleine Synagoge, wo er regelmässig vorbetete. Schnell nahm er dann sein Frühstück ein und empfing in früher Morgenstunde diejenigen, die ihn zu sprechen verlangten. Im Sommer um 7, im Winter um 8 Uhr, pünktlich wie eine Uhr, begann er den Unterricht im Rabbiner-Seminar, wo er die obere Abteilung leitete. Pünktlich schloss er auch den Unterricht, und die etwas langsam schlagende Uhr des Seminars hatte noch nicht ausgeschlagen, so hörte man bereits die Haustüre ins Schloss fallen, und der Rabbi begann seine eiligen Mizwohgänge, die ihn täglich mehrere Stunden in Anspruch nahmen. Nie Hess der Rabbi den Unterricht ausfallen. Er unterrichtete, um nur ein Beispiel anzuführen, am Erew Sukos nachmittags, bis nur noch etwa eine knappe halbe Stunde zum Beginn des

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