Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 47)
- Language
- German
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46 das Examen aufwies. Der Führer der Neologen, Oberrabbiner Löw von Szegedin, der Redakteur des ״Ben Chananja“, griff den Rabbi in gehässiger Weise an. Aber der Rabbi zeigte, dass er auch eine scharfe Feder zu führen vermochte. In überzeugendster Weise trat er mit seinem reichen Wissen für die Wahrheit des alten überlieferten Judentums ein und wies nach, dass die ״Reform“ zum Abfall von der Lehre unseres Gottes führen müsste. Allmählich gelang es dem Rabbi, sich auch in Ungarn durchzusetzen. Das Wort des Psalmisten bewährte sich auch an ihm: ברצות ד׳ דרכי איש נם אויביו ישלים אתו Wenn Gott Wohlgefallen hat am Wirken des Menschen, so versöhnt er auch seine Feinde mit ihm. Die Anschauung wurde in Ungarn in allen Kreisen allgemein: Alles, was Rabbiner Dr. Hildesheimer unternimmt, tut er לשם שמים ״um Gottes Willen“. Der verstorbene Rabbiner von Frankfurt a/M., Dr. M. Horowitz, einer der ältesten Schüler des Rabbi, erzählte aus seiner Studienzeit in Eisenstadt folgende Episode: Einer der grössten Gaonin in Ungarn war einmal zum Rabbi gekommen, um ihn kennen zu lernen. Beim Abschied sagte er: ״Mein Freund, ich muss Ihnen hier in Gegenwart Aller sagen: Ich bin zu Ihnen gekommen, um Sie in Ihrer Tätigkeit zu sehen. Wir ungarischen Rabbiner sprechen täglich stundenlang von Ihnen. Ihr ganzes Wesen ist uns wunderbar; Sie sind gelehrt wie wir; Sie sind gottesfürchtig, vielleicht noch mehr wie wir; Sie sind achtungswert in Allem, und wir bewundern Sie. Aber Eins machen wir Ihnen zum Vorwurf: Wie ist es möglich, dass ein solcher נמל ein solcher ,צדיר stundenlang Lateinisch und Griechisch unterrichtet? Wir wollen nicht mit Ihnen streiten, ob es erlaubt ist oder nicht. Wir sagen, es ist verboten, Sie sagen, es ist erlaubt; aber wir fragen Sie, wie können Sie soviel Stunden dem Thorastudium entziehen?“ Da antwortete mein teurer Rabbi: ״Verehrter