Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 36)
- Language
- German
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36 Gemeinwesen zu begründen, muss das Ziel der jüdischen Organisationen und ihrer Führer sein, das aufgebaut ist im Geiste der jüdischen Lehre, getragen von jüdischer Treue und Hingabe ans Ganze. So wird Zion nach dem prophetischen Worte durch Gerechtigkeit erlöst werden. Freilich! Mit den Palästina-Versprechungen der Staaten und der Gutheissung der Palästinaforderung durch die Friedenskonferunz, so sehr auch diese Akte zu begrüssen sind, ist es nicht getan. Das Wichtigste ist die Erklärung, die wir abzugeben haben, unsere Erez- Jisroel-Erklärung, die Intensität und die Reinheit unseres Wollens. Darauf kommt es an, ob es nur äusserlich opportunistische Erwägungen sind, welche uns nach Zion blicken lassen, oder aufrichtige Sehnsucht und das tiefe innere Streben, das eigene Wesen aus der fremden Umklammerung um jeden Preis zu retten. Dass alle diejenigen, welche es mit ihrem Palästinastreben ernst meinen, sich zusammenschliessen, um das herrliche Ziel gemeinsam zu erreichen, um vereint allen Hemmungen entgegentreten zu können, scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein. Und doch ist es nicht überflüssig, diese Einigkeit als die schönste Gabe vom neuen Jahre zu erbitten. Nicht nur die Grenzen zwischen Ost und West müssen schwinden, auch die Mauern, die wir selbst errichtet haben, müssen fallen. In unserer Mitte sind in den letzten Jahrzehnten Organisationen entstanden, die von verschiedenen Gesichtspunkten ausgehend, zum Wohle der jüdischen Gesamtheit arbeiten. Heute, wo es sich um die Zukunft des nationalen Daseins handelt, muss grösser und stärker sein, als das was uns trennt, das, was uns einigt. Bei allen ist es ja die gleiche Liebe zum jüdischen Volke, bei allen die gleiche Liebe zur alten Heimat. Und wenn auch diese Heimat für die einen nur