Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Das Schweizer Komitee Pro Causa Judaica, das sich bei der bevorstehenden Regelungauf der Friedenskonferenz für die Gleichberechtigung der Juden und für die Durchsetzung ihrer nationalen Rechte einsetzen wollte, hat sich im vergangenen Jahre, nachdem feststand, dass einer neutralen Organisation nicht mehr die Bedeutung zukam, wie man dies bei Begründung des Komitees gedacht hatte, wieder aufgelöst. * * * Wie wird sich die ins Dunkel gehüllte Zukunft vor allem für uns Juden gestalten? Auf diese Frage kann und soll nicht mit Mutmassungen geantwortet werden. Aber es soll diesem Rückblick ein Ausblick folgen, in welchem gesagt wird, wie wir, soweit es an uns liegt, die Zukunft gestalten, sollen. Dabei soll uns das Erlebte und Vergangene Fingerzeige geben. Alle Hoffnung der Menschheit klammert sich heute an den Völkerbund an. Bei allen Mängeln, die ihm in seiner jetzigen Gestalt zweifellos anhaften, liegt dieser Schöpfung doch ein herrlicher Gedanke, und zwar ein jüdischer Gedanke, zugrunde: Die Verwirklichung der Solidarität unter den zivilisierten Völkern, die Errichtung eines Bundes der Nationen, welcher dafür Sorge trägt, dass es keinen Krieg mehr geben wird und fortan alle Nationen nur in den Werken des Fortschritts wetteifern werden. Uns Juden wird hierbei die besondere Aufgabe zuteil, an unserem Teil daran mitzuarbeiten, dass die zerrissenen Fäden zwischen den Völkern wieder aufgenommen werden. An uns wird es liegen, die hervorragenden völkerrechtlichen Ideen, welche im alten jüdischen Schrifttum bereits niedergelegt sind, für die Menschheit nutzbar zu machen. Unter dem Eindruck der Schrecken und der Greuel des 30jährigen Krieges hat Hugo Grotius sein Völkerrecht geschrieben. Da darf wohl die Hoffnung uns erfüllen, dass 3