Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3135693-3135698--0857-3136582- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
27 und haben neben Werken allgemeiner Menschenliebe auch der besonderen Sorgen und Wünsche ihrer jüdischen Brüder sich willig angenommen. Um die Seelsorge für die jüdischen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten aller Länder, sowie der allgemeinen Fürsorge für die jüdischen Kriegsinternierten in der Schweiz bemühte sich auch im vergangenen Jahre der Rote Mögen David in erfolgreicher Weise. In Genf und Lausanne vollbrachten die Comités de secours aux prisonniers de guerre an den unglücklichen jüdischen Kriegsgefangenen schöne Liebeswerke. Dem Wirken dieser und anderer Organisationen und der vielen Männer und Frauen, die in edler Weise in der Ausübung schöner Liebeswerke während der Kriegsjahre wetteiferten, ist ein dankbares Gedenken gesichert. Ferner galt es durch erspriessliche Hilfsaktionen mannigfacher jüdischer Not in den kriegführenden Ländern zu steuern. So hat das schweizerische Komitee für Erez Jisroël während der für unsere Brüder im heiligen Lande so überaus harten Kriegsjahre durch regelmässige monatliche Subventionen den Bestand der jüdischen Volksküche in Erez Jisroel ermöglicht und dabei noch zahlreiche andere gemeinnützige Institutionen durch ansehnliche Beiträge gefördert. Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass aus dem in schwerer Kriegszeit begonnenen Hilfswerk für Erez Jisroel nun, nachdem die grösste Not dort beseitigt ist, ein schöneres und noch dankbareres Friedenswerk werde. Auch zur Steuerung der Not in den Diaspora-Ländern, für die Pogromopfer wie für die Erhaltung der jüdischen Thora- Stätten in Litauen wurden im vergangenen Jahre in der Schweiz namhafte Beträge gesammelt. Eine weitere Hilfsaktion der Schweizer Juden im letzten Jahre darf noch besonders gerühmt werden, weil sie nicht nur eine Geldsteuer von jedem forderte, sondern mehr: Hingabe,