Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 26)
- Language
- German
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26 bejaht und anerkannt worden. Die Souveränität über Palästina wurde dem Völkerbund übertragen und Grossbritannien als Mandatar des Völkerbundes bestellt. Ein jüdischer Rat wird den Mandatar bei Entwicklung des Planes der jüdischen Heimstätte unterstützen. Diese bedeutungsvollen Beschlüsse der Pariser Friedenskonferenz sind von der gesamten Judenheit mit Spannung und Jubel aufgenommen worden. War schon die Balfour’sche Erklärung eine Freudenbotschaft, so war es der Beschluss dieser Friedenskonferenz noch viel mehr, da er die Verwirklichung jener Versprechungen zu verbürgen scheint. Auch diejenigen, die bisher den Hoffnungen des jüdischen Volkes indifferent gegenüberstanden, erkannten die gewaltige Bedeutung jenes Beschlusses der Friedenskonferenz und schlossen sich willig dem Jubel an. * * * Neben diesen für das jüdische Volk so überaus wichtigen Ereignissen nehmen sich die Vorgänge in der jüdischen Gemeinschaft unseres Landes winzig und bedeutungslos aus. Aber doch sollen sie in diesem Rückblick nicht unerwähnt bleiben. Die Schweiz hatte das grosse Glück, völlig vom Kriege verschont zu bleiben und nur seine Nebenwirkungen verspüren zu müssen. Sie war eine Friedensinsel inmitten eines hochgehenden Meeres, dazu prädestiniert, versöhnend zu wirken, und durch Werke der Liebe und des Beistandes zur Linderung der schweren Wunden beizutragen, soweit Menschen zu solchen Linderungen überhaupt fähig sind. Auch die Juden der Schweiz, das darf mit Genugtuung konstatiert werden, haben während der ganzen Dauer des Weltkrieges sich an dieser edlen menschlichen Betätigung gerne und freudig beteiligt,