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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 241

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 241 (sequence 242)
Language
German
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241 sieht er seinen Traum. In greifbarer Wirklichkeit sieht er das, was er seit dem ersten Tage seiner chassidischen Erkenntnis erstrebt und glühend ersehnt hatte! Im Innern seiner Seele empfindet er das wahre Glück, jenes geistige, seelische Glück, das nach den alten Chassidim in den Worten: „Die Gerechten sitzen, die Kronen auf ihren Häuptern und weiden sich an der Herrlichkeit der Schechina,“ seinen wahren und vollen Ausdruck findet. Kann das jemand ganz und voll empfinden? Das heilige leuchtende Antlitz des Rabbi mit eigenen Augen zu sehen, seine heiligen Worte mit eigenen Ohren zu hören!! Alles vergisst Schmui hier: seinen Schwiegervater, den Misnagid, seine junge, zürnende und schimpfende Frau, das ganze leere geistlose Städtchen. . . Vorüber sind die Feiertage. Alles bereitet sich zur Rückreise. Schwer fällt ihm die Trennung. Der Lulow, das „Ata-Horessa“ des Rabbi und noch vieles, wird er all dieses in seinem Städtchen sehen und hören? Etwa beim Schwiegervater, dem unbeugsamen, hartnäckigen Misnagid?! Und wieder die ihm bekannten Wege, Städte und Dörfer, Berg und Tal, Wald und Fluss. Ein kalter, nasser Herbsttag. Der Himmel düster bewölkt. Ein leichter dünner Schnee verkündet den kommenden Winter. Schmui sitzt im Wagen und sinnt. Er hüllt sich vor Kälte in seinen leichten Sommermantel ein. Wie lebendig stehen vor seinen geistigen Augen die Bilder der glücklich beim Rabbi verbrachten Tage. Kur eines verdunkelt sein Gemüt und betrübt es. Ganz traurig und niedergeschlagen sitzt er. Noch zwei, noch eine Stunde, da wird er wieder die Herrschaft seines Schwiegervaters, des Misnagid, zu fühlen haben. . . In seiner Phantasie sieht Schmui den „Empfang“, den man ihm zu Hause bereitet, er hört das Klagen und Reden seines Schwiegervaters, das Schimpfen seiner Frau. „Ist das schon einmal in einem jüdischen 16

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