Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 154)
- Language
- German
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153 hielt. Man betrachtete es damals noch nicht als Hasogas G’wul, als schädigende Rivalität, wenn ein Thoragelehrter in dem Wirkungskreise eines andern sich hören liess. Jeder, der im Namen der Thora öffentlich auftrat, wurde gerne gehört In Uri Schräge Feiwel, dem dritten Gemeinderabbiner von Stomfa vermutet Herzog nicht mit Unrecht, dass der „Raw von Stomfa“, der in der 13. Schaaloh des „Ponim Meiraus“ erwähnt ist, mit Uri Schräge identisch ist. Es verlohnt sich, die im Buche reproduzierte Schaaloh nachzulesen, um zu erkennen, wie in jenen Tagen die Reinheit der jüdischen Familie hochgehalten wurde; wie die Gesetze, auf denen von jeher Glück und Segen in der jüdischen Familie erblühten, in heiliger, ehrfurchtsvoller Scheu betätigt wurden. So führt uns Herzog durch eine Galerie gefeierter Männer, die noch im Tode als Vorbilder wirken, nach dem Worte der Weisen: „Die Zaddikim sind im Tode noch grösser als im Leben.“ Von einem Rabbi Eisig Kalisch vernehmen wir, dass er in Prag zu Füssen eines R. Jonathan Eibenschütz sass, dass der Verfasser von Noda Bijehudo in einer halachischen Korrespondenz — sie wird uns im Buche mitgeteilt — ihm überaus lobende Anerkennung zuteil werden lässt (siehe Noda Bijehuda Choschen Hamischpot, Teschuwoh 3 und 4). R. Noson Arholz, aus Deutschland stammend, gehört zu jenen seltenen Sterblichen, die das odom ki jomus boohel zu rührender Wirklichkeit machen. Sein Totenbett umstehen die Grossen der Zeit, um den Pilpul fortzusetzen, bis die heilige Seele zur Heimat entschwebt. Als eine überragende Grösse unter den Rabbinern von Stomfa tritt uns (neben Mordechai Banet) R. Scholem Ullmann entgegen. Das Fundament zu seiner umfassenden Gelehrsamkeit wurde in Fürth, der damaligen Hochburg