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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 146 (sequence 147)
Language
German
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146 Schönheit zu definieren, muss direkt auf Gott als Schöpfer der Natur führen. In welcher Fülle verschiedenster Definitionen hat man nicht versucht, das Wesender Sohönheit zu erklären, ohne es allgemein gültig oder erschöpfend tun zu können. Gerade der Umstand, dass jeder Denker ihren Begriff anders fasst, zeigt, dass er unfassbar ist« Und doch ist Schönheit, wenn auch für jedes Auge etwas anderes, trotz dieser individuellen Abstufung in ihrem Empfundenwerden eine, wenn auch nicht greifbare, dennoch nicht minder wirkliche Tatsache. Ich glaube, wie der Gottesbegriff für die Menschenseele als Ganzes die restloseste Erklärung der Welt bietet, so tut er das auch für die diese erfüllende Schönheit. Der Psalmsänger sagt es: קול ה, בהדר (Ps. 29, 4) Die Stimme Gottes ist in der Schönheit (liegt übrigens nicht in dem Wort הדר der Begriff des Bleibenden und nach dem chaldäischen Sprachgebrauch des Wiederkehrens und damit eine treffliehe Umschreibung des Schönen, als dessen, was bleibenden Wert hat und zu dem man immer wieder zurück« kehren möchte). Das ist das Geheimnis des Schönheitsbegriffes und seiner hehren Wirkungen auf den Menschen! Es ist die Stimme Gottes, die durch ihn zu ihm spricht! Wie käme der Mensch, wäre er nur das oberste Produkt einer langen Tierreihe, dazu ein rein aesthetisches Vergnügen an schönen Gegenständen zu haben, ein Vergnügen, das um so reiner und höher ist, je objektiver, vom Nutzen und Wollen des Menschen losgelöster, das Anschauen ist, das es vermittelt! Dass der Mensch die Schönheit in der Welt entdeckt hat, bezeugt seinen göttlichen Ursprung, war nur möglich durch den göttlichen Teil in ihm, war auch nur möglich, weil diese Schönheit in der Welt tat־ sächlich als etwas Wirkliches existiert und das wiederum ist nur möglich, weil es eine Gotteswelt ist. Deshalb ist Anerkennung der Schönheit und ihr Kultus sicherlich ein Fortschritt, geeignet, die Menschheit aus materieller

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