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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 144

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 144 (sequence 145)
Language
German
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144 selbst genug, sei ein geniessendes Schauen, das seine Befriedigung in sich trägt und damit jeder Begründung und Beleuchtung von irgend einem Standpunkte überhoben sei. Das ist es aber eben, was diese Betrachtung will. Sie will Hinweise geben, wie der Sinn für die Schönheit in der Natur aus der verschwommenen Unklarheit aesthetischer Schwärmerei hinaufgehoben werden kann ins JLicht jüdischer Weltanschauung und Gottesbegeisterung. Wenn für den bewussten Juden mit dem Satz aus בכל דרכיך דעהו (6 ,3) משלי gesagt ist, in allem was er tut, Gott zu suchen (also, wie die Weisen es deuten, auch seine profane, geschäftliche Tätigkeit zum Gottesdienst zu gestalten), so gilt sicherlich diese Aufforderung auch für den ״wandernden״ Juden. Wenn du, sei es als ״Pfadlinder“, als Mitglied vom ״Blauweiss-Bunde״ oder unorganisiert aus eigenem Antriebe auf den Wegen der Natur wanderst, um sie kennen zu lernen und dich geniessend an ihr zu erfreuen, דעהו, so suche auch da ihn, den Schöpfer und Meister, wie Erziehung und Lehre dir ihn offenbart, zu erkennen! Nicht ohne weiteres führt die Betrachtung der Natur nach der aesthetischen Seite zur Gotteserkenntniss, so wenig wie es das Erforschen ihrer Gesetze tat. Wäre das der Pall, so müssten wohl die Schweizer, deren kleines Land voll ist aller Herrlichkeiten der Natur, in besonderem Masse erfüllt sein von Begeisterung und Liebe für Gott und jeder der ungezählten Schweizerreisenden, diesen Genien näher gekommen, als deren Apostel in die Heimat zurückkehren. Bei der Begründung, warum es nicht der Pall ist, sehe ich von der Tatsache ab, dass die Schwärmerei für die Naturschönheit vielfach leere Konvention, äusserliches Mitmachen einer Mode, geworden ist. Ich spreche vielmehr von dem Naturgefühl, wo es in seiner Echtheit und Ursprünglichkeit vorhanden ist. Machen wir da nicht die Erfahrung, dass es eher von Gott weg führt, als zu

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