Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 120)
- Language
- German
- Belongs to
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119 Telegraphie zu erinnern, und eben deshalb wird auch keiner,, der mit den Gesetzen der Elektrizität nur einigermassen vertraut ist, diese als Lebenskraft ansehen. Ein zweiter Grund des La Mettrie für sein Thomme machine ist, dass der Magen und die Eingeweide ihre Verdauungskraft noch einige Zeit nach dem Tode behalten. Nun gerade diese Frage ist es, die heute den Mechanisten und Materialisten unter den Physiologen die allergrössten Schwierigkeiten bereitet* Man fragt sich, warum verdaut der Magen und die anderen Drüsen im Leben sich selber nicht, während sie nach dem Tode sehr bald verdaut werden.. Man brachte ebenso einen Schenkel eines lebenden Frosches in dessen Magen und er wurde nicht beeinflusst; ^dagegen wurde er verdaut, sobald der Frosch abgetötet wurde. Bunge und mehrere andere können diese Frage nur durch die Annahme einer vis vitalis, einer eigenen Lebenskraft erklären. Haidenheinr Claude Bernard, Spalanzanni u. a. bemühten sich diese Frage aus mechanischen Gründen zu erklären, doch bis jetzt ohne Erfolg und wie sehr es ihnen zuwider ist, müssen sie zugeben, dass wir hier vor einer sehr schwierigen Frage stehen. Möge aber diese Frage auch ohne eine vis vitalis erklärt werden können, auch dann wird es doch nur den wunderbaren und zweckmässigen Bau der Natur zeigen. Auch die Frage, woher das Bewusstsein, diese Frage, von der der grösste Naturforscher unserer Zeit, Du Bois, Reymond, gesagt hat: ignorahimüs, wir werden es niemals wissen, suchte ein Kraft- und Stoff-Philosoph wie Vogt durch das Wegleugnen zu erklären. Es sei ihm eigentlich, sagt er, gar keine Frage: ebenso wie die Speicheldrüsen den Speichel absondern und die Leber die Galle, so sondert das Gehirn Gedanken ab. Dieses Schlagwort hat in sich ausser seiner Absurdität nichts mehr. Abgesehen davon, dass wir, wie-