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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 114

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 114 (sequence 115)
Language
German
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114 Die vertrautesten Erscheinungen, wie der Fall schwerer Körper, Wachsen der Pflanzen usw. als die ausserordentlichen, wie Erdbeben u. dergfl. und noch mehr die Wechselwirkung von Körper auf den Geist d. he unser Wahrnehmen dieser Erscheinungen, können nur durch Gott als ihre jedesmalige direkte Ursache erklärt werden. In England brachte das Aufkommen der Wissenschaften die Entdeckung Amerikas, die Entdeckungen von Kopernikus, Kepler und Galilei eine Revolution in den Weltanschauungen und im Denken der Zeit und auch hier ist es der Materialismus, der zuerst auftritt, der aber bald seine Unzulänglichkeit einsehen musste, und schon Newton, der die Welt als eine Maschine betrachtete, forderte einen Baumeister für diese Maschine. Auf Locke und Hobbes, reine Materialisten, folgte Berkeley, ein Phänomenalist, der auch das, was wir mit den Sinnen wahrnehmen, in Schein auflöste. Das einzig existierende, sagt er, ist nur Gott und „omnium in deo videtur “, alles was wir mit den Sinnen wahrnehmen, ja unsere Sinne selbst, sind nur die Ideen Gottes, die sich in unserer Seele abspiegeln. Nach all diesem Ringen und Kämpfen, Siegen und Erliegen wurde es bewirkt, dass auch die Verwegensten nicht mehr den Geist wegzuleugnen vermochten. Spinoza kann als ein Versuch zur Versöhnung zwischen Materialismus und Idealismus angesehen werden, indem er den Geist eben als einen „Modus“ der Substanz betrachtet. Auf Spinoza folgte aber Leibnitz. Zuerst war er von Spinoza begeistert, musste aber später von ihm abweichen, und eine eigene Theorie aufstellen, und zwar wegen der Zwecke, die Spinoza leugnet. Bei dieser Stelle schrieb er als Randglosse die Worte: hoc non probo, damit kann ich nicht einverstanden sein. Die mechanische Causalität nimmt er zwar an, aber, fragt er, woher kommen diese mechanischen Gesetze: warum verläuft die Natur more

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