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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 105

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 105 (sequence 106)
Language
German
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105 Nach Demokrit kann aus Nichts Nichts entstehen, und was ist, kann nicht vernichtet werden. Alle Veränderung ist nur Verbindung und Trennung von Teilen. Nichts existiert, als die Atome und der leere Raum, alles andere ist Meinung d. h. nur subjektive Empfindung. Nur in Meinung besteht das Süsse, Bittere, Kalte, Warme etc. Mit diesen paar Sätzen glaubte Demokrit die schwierigste aller Fragen, die Frage des Bewusstseins, erklärt zu haben. Und schon darin war er ein Vorbild aller kommenden Materialisten, welche wie wir später sehen werden, mit ihren Erklärungen dort schliessen, wo die eigentlichen Probleme erst beginnen. Schon in diesen paar Sätzen begegnen wir aber auch dem Stein des Anstosses aller materialistischen und mechanistischen Welterklärung, den sie bis auf den heutigen Tag nicht überschreiten konnten und den sie niemals, wie auch die Wissenschaft fortschreiten wird, überwinden werden. Die materialistischen Brücken, die uns über die Kluft, die zwischen der objektiven Bewegung und der subjektiven Empfindung besteht, hinübertragen sollen, erweisen sich schon bei oberflächlicher Untersuchung als unhaltbar und brechen immer wieder zusammen. Niemals kann es uns gelingen, eine materialistische Erklärung für die Empfindungen zu geben. Die Grundlage der grossen Entdeckungen unserer Zeit ist die Auflösung der Erscheinungen in die Bewegung der Atome geworden. Aus den Atombewegungen erklären wir heute die Gesetze des Schalls, des Lichtes, der Wärme, der chemischen und physikalischen Veränderungen in den Dingen, doch vermögen wir heute so wenig wie zu Demokrits Zeiten auch nur die einfachste Empfindung von Schall, Licht, Wärme, Geschmack usw. zu erklären. Möge der Empfindung Blau z. B. eine gewisse Bewegung der Atome entsprechen, und möge es

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