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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 71 (sequence 72)
Language
German
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71 kaum finden.1) Dies wird uns besonders von seinem Schüler R. Chija bar Abba mitgeteilt. Auch pflegte er alle seine Tage von vielen sogenannten Tradenten (Schonim) umgeben zu sein, um sich von ihnen die Lehrordnungen vorsagen zu lassen. Von andern Gelehrten wird dies nur selten mitgeteilt.2) Die Tradenten, die ihm vortrugen, waren Ausländer: R. Chija bar Abba, R. José (im babylonischen Talmud R. Assi genannt), R. Chanina aus Tirta (?), R. Jakob aus Gabel und R. Abahu aus Cesarea. Auch dieser Umstand beweist, dass seine Lernbegierde gross war, dass er bei alleD, besonders aber bei den Ausländern, die viele den Einheimischen unbekannte Lehren mitbrachten, zu lernen suchte. Er wurde nie des Lernens, des Aufiiehmens müde. Seine Wissbegierde nahm im Laufe der Zeit nicht im geringsten ab, was auch aus seinem folgenden Ausspruch zu ersehen ist: „Je mehr, je länger man die Worte der Gesetze besitzt und betrachtet, desto mehr kosten wir ihren Inhalt.“ 3) Seine gespannte Wissbegierde kommt auch besonders zum Ausdruck durch seine an die Schüler gerichtete Mahnung: „Mache dein Ohr gleich dem unteren Mühlstein, der das Mehl aufnimmt.“ 4) Aussergewöhnlich gross war seine Erèude, wenn er etwas Neues von seinen Kollegen hörte, wobei er auszurufen pflegte: „Schönes lehrte mich R. Elesar oder Resch Lakisch.“5) Scheute er sich doch nicht, gelegentlich eines schwierigen Mischna-Satzes zu sagen: „Wer es mir erklärt, dem werde ich, gleich einem Diener, die Kleider tragen.6) *) Menachot 5,2; Sebachim 85; Jebamot 11 a und b, Cbulin 13; Sabbat 99,5; Menachot 74; Nida 60. 2) Menachot 48; Sabbat 45; Pea 1,1 und Berachot 60 b; Berachot 16; 57; Jebamot 77; Jerusalmi 8,2 und a. a. 0. 3) Erubin 54. 4) Sabbat 32. 5) Sanhédrin 3,8; Megilla 1,2; Gittin 4,4; Aboda sara 2, 7, 4, 1 und s; Schemot rabba 7. 6) Erubin 25; Baba Mezia 41; Sanhédrin 62.

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