Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3135693-3135700--0571-3136295- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
67 wird, verliert er wiederum und nun auf immer das י in seinem Namen. Es geschah dies, als er von dem syrischen Fürsten Naamon, den er um Geschenke angegangen war, wobei er in lügenhafter Weise die Würde seines Meisters* missbraucht hatte, zu Elisa zurückkehrt. Elisa fragt ihn (Cap. 5, 25): ״Woher kommst du גחזי?“ Auf seine lügnerische Antwort wird er durch Elisas Ausspruch mit dem Aussatze, wovon Naamon geheilt war, behaftet. Noch zweimal wird in anderem Zusammenhang im Buche der Könige Gechasi erwähnt. Aber das י in seinem Namen bleibt verschwunden. Für immer erscheint seine Person dadurch erniedrigt. Die feste Grundlage für die reelle Bedeutung der Namensänderungen bietet, wie bekannt, der Gottesaus־ spruch hinsichtlich der Aenderung von אברם in אברהם und שרי in שרה. Unter den vier Sachen, die eine günstige Aenderung in der bisherigen Gestaltung der Lebensereignisse herbeiführen können, wird im Talmud auch die Aenderung des Namens hervorgehoben, wobei auf שרי hingewiesen wird, die kinderlos blieb, indem ihr bei der Namensänderung שרה zugleich der Kindersegen verheissen wurde. Gestützt auf diesen Ausspruch des R. Jitzchak ״ ,שינוי השם מקרע גזר רינו של אדםdie Namensänderung erwirkt die Aufhebung der ungünstigen Lebensbestim mung“, ist ein seit ungefähr sechs Jahrhunderten bekannter Brauch entstanden in speziellen Fällen von Lebensgefahr bei Kranken eine Namensänderung vorzunehmen. In dem Ritual für diese Handlung, das in dem Werke תולדות אדם וחוה wohl zuerst erwähnt wird, ist die Namensänderung von אברם in אברהם als Stütze für diese Handlung hervorgehoben. Inwiefern dieser Brauch nun auch in Ueberein- Stimmung zu bringen ist mit der inneren Idee, die dem erwähnten Ausspruch im Talmud zu Grunde liegt, soll hier nicht auseinandergesetzt werden.