Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 65)
- Language
- German
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64 Namen und Namensänderungen. Nomen est omen. Von diesem Gesichtspunkte geht auch die wahrscheinlich von R. Mosche aus Coucy herrührende Warnung aus, bei der Wahl von Namen für seine Kinder vorsichtig zu sein, da nicht selten der Name das Gute oder das Schlechte involviert. Die Namen der 10 Kundschafter, die mit Josua und Kaleb in das Land Kenaan geschickt wurden, dienen als Beispiel dafür. Jeder dieser Namen drückt nach der aggadischen Auffassung eine schlechte Eigenschaft oder Handlung des Betreffenden aus. Auch im Talmud wird die Tradition hervorgehoben, nach welcher die in der Thauro angeführten Namen der 10 Kundschafter in Uebereinstimmung sind mit ihren Handlungen, die sie sich zuschulden kommen Hessen. Jedoch wird in Midrasch Tanchumo deutlich darauf hingewiesen, dass es schöne Namen giebt, die von schlechten Menschen und hässliche Namen, die von guten Menschen getragen werden. Es schützt demnach das Kind nicht unbedingt gegen das Böse, wenn die Eltern ihm auch den schönsten, d. w. h. einen die höchsten Tugenden zum Ausdruck bringenden oder von dem tugendhaftesten Menschen getragenen Namen mit auf den Lebensweg geben, wie auch umgekehrt nicht das böse Handeln von einem dem Kinde beigelegten hässlichen, d. w. s. schlechte Eigenschaften andeutenden oder von einem Verbrecher geführten Namen bedingt wird. Dennoch ist es in dem menschlichen Empfinden begründet, dem Kinde einen schönen Namen beizulegen, zu mindest das Umgekehrte zu unterlassen. Es wird