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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 53

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 53 (sequence 54)
Language
German
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53 Gesinnung verriet, indem er die bedeutungsvollen Worte sprach, „aber nach Jom Kippur“ so betet und fastet auch heute der Jude und sucht Versöhnung mit seinem Gotte, denkt jedoch bei sich: Aber nach Jom Kippur bin ich der gleiche, der ich vorher gewesen. Sinkt bei dieser Auffassung nicht der Jom Kippur zu einer Art Ablass herab, mit dem man im Mittelalter Vergebung seiner Sünden zu erlangen hoffte? Freilich, das wäre bequem, wenn wir das ganze Jahr hindurch sündigen dürften, und dann käme der Jom Kippur und brächte uns automatisch die Versöhnung und durch das Fasten und Beten während eines einzigen Tages würden die Sünden eines ganzen Jahres ausgelöscht, als wären sie nie gewesen! Nein, das ist der Sinn und Zweck des Versöhnungstages nie und nimmer. Er bringt uns die Versöhnung, deren wir so sehr bedürfen, aber wir müssen unsere Sünden erkennen und bereuen und Besserung geloben. Vor Gott sollen wir rein iveräen, bessere Menschen, frommere Juden. Bessere Menschen, hilfreich, edel und gut sollen wir sein, liebevoll gegen diejenigen, die uns im Leben nahe stehen, gerecht und voll warmen Gefühls und voller Hilfsbereitschaft gegen die Armen und Bedrückten, versöhnlich auch gegen diejenigen, die uns wehe getan. Und frömmere Juden! Bedrückt der Gedanke an die Zukunft Israels nicht das Herz jedes Juden, der mit Innigkeit an dem Glauben seiner Väter häügt? Es mehrt -sich der Abfall von der jüdischen Religion. Aber sind an dem Abfall der Kinder nicht die Eltern schuld, die ihre Kinder in nicht jüdischen Pensionaten erziehen lassen (ob auch viele Nichtjuden für ihre Kinder jüdische Erziehungsanstalten wählen?) die sie lehren, die Gebote der jüdischen Religion mit Gleichgültigkeit zu betrachten und gering zu schätzen? Ziehen die Kinder nicht eigentlich nur den Schluss aus der unjüdischen Erziehung und

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