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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 52 (sequence 53)
Language
German
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52 שאין אנו עזי פנים וקשה עורף wir sind nicht so keck und dreist vor dir zu sprechen, Ewiger unser Gott und Gott unserer Väter, wir haben nicht gesündigt, vielmehr erkennen wir, dass wir durch Abkehr von der Thora und ihren Satzungen uns gegen Gott und unsere Be- Stimmung verfehlt haben. לפני ה׳ תטהרו Vor Gott sollt ihr rein werden! Vor Menschen kannst du dich verstellen, vor Menschen eine Maske tragen. Vor Gott ist das unmöglieh, denn Gott sieht in dein Herz. Sein Siegel ist die Wahrheit. Wie werden wir bestehen vor ihm? Wieviele gibt es, die anders sprechen als sie denken, die nach dem bekannten Wort die Sprache benutzen, um ihre Gedanken zu verbergen. Scheinen nicht viele zu glauben, es stünde in der Thora statt vom Wort der Lüge, ״vom Worte der Wahrheit halte dich fern?“ Rabbi Meir hatte in seiner Thora die Worte: Gott machte den Menschen ״ כתנות אורKleider von Licht.“ Trifft dieses "Wort nicht besonders für den Versöhnungs-Tag zu? Die Inschrift auf dem Orakel von Delphi: ״Erkenne dich selbst“ ist die Forderung unseres Festes. Heute fallen alle Hüllen, heute hört jede Verstellung auf. Heute dürfen wir unser Tun nicht beschönigen und uns nicht mit unserer Selbstgerechtigkeit brüsten. Heute wollen wir erkennen, dass wir Sünder sind, denn heute stehen wir vor Gott, unserm unbestechlichen Richter, und vor ihm wollen wir rein werden. Ja, vor Gott sollen wir rein werden! Das aber wollen die meisten Besucher unserer Gotteshäuser nicht. Sie wollen bleiben wie sie sind. Jede gründliche mit Opfern verbundene Aenderung ihres Lebenswandels liegt vollkommen ausserhalb ihrer Absichten. Wie von jenem Manne erzählt wird, der in der guten alten Zeit, in der diese schöne Sitte herrschte, sich mit seinem Feinde am Eruw Jom Kippur versöhnte, dann aber seine wahre

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