Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 41)
- Language
- German
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40 wandfrei über ihre Lage und ihre Wünsche zu informieren. Yon einem Lande aber wollen und können wir, trotz aller Reserve, die wir uns wegen der neutralen Stellung der Schweiz auferlegen müssen, ja gerade im Hinblick auf diese Neutralität, nicht schweigen, von Erez Jisroel, denn „um Zions willen schweige ich nicht, und um Jerusalems willen ruhe ich nicht. “ Als Angehörige der verschiedenen Staaten nehmen wohl zahllose Juden an diesem Weltkriege teil; aber das jüdische Volk als solches hat durchaus als neutral zu gelten und gerade gestützt auf diese unsere Neutralität dürfen wir rückhaltlos von unserm Lande sprechen. Die Palästina-Erklärung des englischen Aussenministers vom 2. November 1917 zu Händen der zionistischen Organisation hatte nicht nur für die Millionen der leidenden Juden im Osten, sondern für unser ganzes Volk den hellen Klang einer Freuden-Botschaft. Wir wollen hier keine Mutmassungen anstellen, über die tatsächliche Bedeutung, die dieser englischen Palästina-Erklärung beim Friedensschluss zukommen wird; das eine kann aber schon heute gesagt werden, dass dieser Erklärung eine nicht hoch genug einzuschätzende moralische Bedeutung zukommt, und dieser moralischen Wirkung wegen dürfen auch wir Juden in neutraler Stellung diese Erklärung ohne Vorbehalt freudig begrüssen. So hatte diese englische Erklärung vor allem den Erfolg, dass sie ähnliche Kundgebungen seitens fast sämtlicher Staaten der Alliierten sowohl, wie der Zentralmächte auslöste. Und wenn es auch wahr ist, dass die Herzlichkeit einer jeden dieser Erklärungen in einem geraden Verhältnis steht zu dem eigenen Interesse des betreffenden