Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 214)
- Language
- German
- Belongs to
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213 Mutter Freudentränen. Die Diamanten waren in der Tat sehr schön und wertvoll. Moses taxierte sie auf zirka 250,000 Taler. „Moses,“ sagte der Fürst, „Du hast mir ein Vermögen gerettet; ich wrerde Dich reich belohnen.“ Er zog seine Börse, suchte lange und reichte dem Juden einen Dukaten von fürstlieh-waldburgischem Gepräge. Grösse Vorbereitungen wurden für das herannahende Hochzeitsfest gemacht. Da liess eines Tages Fürst Woldemar den Juden Moses auf sein Zimmer kommen, schloss die Türe ab und sprach: „Moses, Du hast Dich als ein tüchtiger Kenner von Pferden und Diamanten bewährt; aber die dritte Kennerschaft, deren Du Dich rühmst, habe ich noch nicht erprobt. Nun, Du Menschenkenner, sage mir, was für ein Mensch bin ich?“ „Durchlaucht,“ antwortete Moses, „ich bitte Sie inständigst, erlassen Sie mir die Beantwortung dieser Frage.“ „So,“ rief der Fürst, „Du scheust Dich, mir zu sagen, was für ein Mensch ich bin! Jetzt bin ich erst recht neugierig, Deine Antwort zu erfahren. Sag’ mir die Wahrheit; ich befehle es Dir.'? „Gnädigster Herr, ich bitte Sie, erlassen Sie mir die Antwort. Sie selbst werden es bereuen, in mich gedrungen zu haben.“ „Wenn Du mir nicht augenblicklich sagst, für was für einen Menschen Du mich hältst, so schiesse ich Dich auf der Stelle nieder!“ „Gnädigster Herr, ich werde Ihnen unverholen die Wahrheit sagen, aber ich bitte, es mich nicht entgelten zu lassen, wenn sie Ihnen missfällt.“ „Sprich,“ schrie der Fürst ungeduldig, „was für ein Mensch bin ich?“