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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 209

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 209 (sequence 210)
Language
German
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209 „Ich bin ein grosser Kenner von Pferden, denn ich habe sechs Jahre lang bei dem grössten Pferdehändler gedient; ich bin ein grosser Kenner von Diamanten, denn ich habe vier Jahre bei einem grossen Juwelier gedient; ich bin ein grosser Kenner von Menschen, denn ich habe zwei Jahre bei einem berühmten Rabbi, der zugleich ein grosser Kabbalist ist, gedient; da dachte ich, der junge Fürst könne mich als seinen Ratgeber engagieren.“ „Komm mit mir,“ sagte Fürst Woldemar, im höchsten Grade belustigt, „ich selbst bin der Fürst und will einmal probieren, ob ich von Deinem Rate Gebrauch machen kann.“ Der Fürst kehrte in das Schloss zurück und Moses aus Strzelno folgte ihm dorthin. Fürst Woldemar liess seinem Gaste ein Zimmereben in dem Teile des Schlosses anweisen, in welchem die Dienerschaft wohnte und gab Befehl, ihn mit allem Notwendigen zu versorgen. Da aber Moses von den ihm angebotenen Speisen nichts geniessen durfte, so zog er es vor, sich in das Städtchen Waldburg zu begeben, um dort seinen Hunger zu stillen. Wochen waren vergangen und der Fürst hatte den Juden, den er auf der Strasse aufgelesen, schier vergessen. Da wurde dem Fürsten von seinem künftigen Schwiegervater ein Reitpferd geschickt. Als das Pferd im Schloss Waldburg abgeliefert wurde, erregte es die Bewunderung aller derer, die es sahen. Es war ein edles Ross, echte Vollblutrasse; man schätzte den Wert desselben auf viele tausend Taler. Der Fürst war ganz entzückt von dem schönen Pferde. Er war ein leidenschaftlicher Reiter und liebte es, die wildesten Pferde zu bändigen. Er beschloss, das herrliche Ross sogleich zu besteigen und u

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