Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 157)
- Language
- German
- Belongs to
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156 „Was, ist Er verrückt? Davidsohn ist der ehrlichste Mann im ganzen Lande.“ „Herr Amtsassessor, ich bitte um Gehör. Ich habe vorige Woche dem Juden 400 Himpten Weizen abgeliefert; ich habe sie sorgfältig gemessen; bei Davidsohn waren es nur 381 Himpten. Ich dachte mir gleich, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Heute habe ich mir zwei Zeugen genommen und habe in ihrer Gegenwart den Weizen gemessen, genau und richtig 400 Himpten. Und jetzt sollen es wiederum 381 sein. Der Jude muss falsches Mass haben. Ich bitte, Herr Amtsassessor, schicken Sie den Amtsdiener mit dem Muster-Himpten vom Amt zu dem Juden und lassen Sie die Sache untersuchen.“ „Es ist nicht möglich, Hans Gurke, Er muss sich irren! “ „Es ist nicht möglich, Herr Amtsassessor, ich kann mich nicht irren. Ich habe meinen Himpten gestern frisch eichen lassen. Der Jude ist ein Betrüger, es ist nicht anders.“ „Ich muss Ihm zu Willen sein; aber ich sage Ihm im Voraus, dass Herr Davidsohn im Rechte ist. Ich will selbst mitgehen und die Sache persönlich untersuchen.“ Der Amtsassessor begab sich in Begleitung des Amtsdieners, welcher den Muster-Himpten trug, in das Haus Davidsohns. „Herr Amtsassessor,“ fragte dieser, was verschafft mir die Ehre?“ „Herr Davidsohn,“ antwortete der Gefragte, „es ist eine lächerliche Beschuldigung gegen Sie vorgebracht worden. Ich weiss ja, dass Sie ein ehrlicher Mann sind. Allein, die Pflicht gebietet