Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 148)
- Language
- German
- Belongs to
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147 schweren Last seines Packens keuchend, langsam der Heimat zuging. „Heda Moses,“ rief er ihn an, „bleib’ stehen! Ich werde Dich gleich eingeholt haben; da kannst Du zu mich aufsteigen und Deinen Packen hinten aufschnallen.“ Moses blieb stehen und nach wenigen Augenblicken hielt Joseph den Wagen an. „Ich danke Dir, lieber Vetter,“ sagte Moses, seinen Packen an den Wagen schnallend. „Du tust mir wirklich einen grossen Gefallen.- Es ist noch eine Stunde bis Kinsingen und ich bin heute schon sehr müde geworden.“ Nachdem er den Packen angeschnallt hatte, schwang er sich auf den Wagen, setzte sich neben seinen Vetter und das Wägelein roJlte davon. „Hast Du gute Geschäfte gemacht, Moses?“ fragte der Besitzer des Wagens. „Ich bin, Gott sei Dank, zufrieden,“ antwortete der Gefragte, „Gott hat mir geholfen.“ „Wie ordinär Du sprichst,“ sagte Joseph, vornehm lächelnd. „Gott hat mir geholfen! Kannst Du nicht sagen: Mich geholfen? Alle Juden sagen mir statt mich. Das klingt so plebejisch, wie der Herr Oberamtmann sich auszudrücken beliebt. Was hast Du wohl verdient heute?“ „Ich habe heute einen selten guten Tag gehabt und habe nahezu fünf Taler verdient.“ - „Moses, was bist Du ein glücklicher Mensch! Hast verdient noch nicht einmal fünf Taler und machst ein Gesicht als wenn Du hättest gewonnen das grosse Los! Siehe mich einmal an! Ich habe heute gemacht ein Geschäft, an welchem mir werden übrig bleiben wenigstens tausend Taler. Siehst Du, wie glücklich Du bist! Dich machen schon