Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3135693-3135696--0392-3136115- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
148 froh fünf Taler und um mich eine Freude zu machen, müssend schon sein tausend Taler. Du wirst mich doch zugeben, dass es leichter ist zu verdienen fünf Taler als tausend Taler.“ „Lieber Vetter,“ sagte Moses, „für Dir ist es leichter tausend Taler zu verdienen, als dass ich verdiene fünf Taler.“ Joseph schmunzelte vergnügt. „Du bist ein gescheiter Mann, Moses,“ sagte er. „Nur solltest Du Dir abgewohnen das plebejische Dir und Mir. * Man sieht, dass Du keinen vornehmen Umgang hast.“ „Lieber Joseph, ein jeder muss so sprechen, wie es ihm zukommt; wenn ich immer sagen wollte mich und dich, so würden mir meine Kunden gar nicht verstehen. Ein geringer Mann, wie ich, darf nicht höher hinauswollen, als es ihm seine Verhältnisse gestatten.“ „Da hast Du recht,“ sagte Joseph zustimmend. Er dachte wohl daran, dass sein Sohn Simon die hübsche Sulamith gern sah. „Apropos,“ sagte er. „Deine Tochter muss doch bald das heiratsfähige Alter haben!“ „Sie ist zu Purim achtzehn Jahre alt geworden, unberufen.“ „Nun, wenn Du einen guten Schidduch für sie hast, so soll es mich auf ein paar hundert Taler nicht ankommen. Wir sind doch Vettern und der liebe Gott hat mich gesegnet, und da ist es ja nicht mehr als Schuldigkeit für mich, Dich auszuhelfen.“ „Du bist sehr gütig und wenn es so weit sein wird und es sollte mir an der Nedan noch etwas fehlen, so werde ich nicht versäumen, Deine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Freilich, wenn es nicht nötig wäre, so sollte es mir lieber sein. Du weisst,