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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 146 (sequence 147)
Language
German
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146 das Honoratiorenstübchen zu begeben, um mit dem Herrn Oberamtmann, dem Amtsassessor und dem Bürgermeister eine Partie Whist zu spielen. Den folgenden Tag pflegte er dann einem Jeden, mit dem er zusammen kam, von seiner vornehmen Gesellschaft zu berichten, und „der Herr Oberamtmann hatmichs’ selbst erzählt“, war ihm stehende Redensart. Jeseph Davidsohn hatte einen Vetter; der hiess Moses Ahronssohn. David und Ahron waren Brüder gewesen und als auf landesherrlichen Befehl die Juden sich Familiennamen zulegen mussten, hatten sich die Söhne der beiden Brüder, nach Mendelsohns Vorgang, Davidsohn und Ahronssohn genannt. Moses Ahronssohn war ein sehr braver Mann, redlich, fleissig und gottesfürchtig. Allein das Glück hatte ihm nie gelächelt. Sein Vater war ihm früh gestorben und er, der älteste Sohn, hatte seine Mutter und seine jüngern Geschwister ernähren müssen. Er erwarb sein Brot, indem er mit einem schweren Packen belastet in den umliegenden Dörfern hausieren ging. Er hatte eine einzige Tochter, ein schönes Mädchen von 18 Jahren. Simon, der älteste Sohn des Kozin, sah die liebliche Sulamith sehr gern.' Allein er durfte nicht daran denken, dass sein Vater jemals die Einwilligung zu einer Verbindung mit dem armen Mädchen geben würde. Eines Tages kehrte Joseph Davidsohn von einer Geschäftsreise zurück. Er hatte sein eigenes Pferd, seinen eigenen Wagen und kutschierte selbst. Er war sehr guter Laune, denn er hatte ein gutes Geschäft gemacht. Er hatte einem Gutsbesitzer dessen ganzen Vorrat an Wolle zu einem sehr billigen Preise abgekauft und die Wolle war im Steig'en. Während er so fröhlich und wohlgemut dahinfuhr, bemerkte er, wie sein Vetter Moses, unter der

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