Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 137)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Entbehren nun aber nach der Tauro die nameiilösen Fische auch den Charakter der ״lebenden Personlichkeit“, welche nach der Tauro unter dem Begriffe נפש חיה verstanden werden muss? Aus der eben erwähnten Taurost eile kann das nicht hergeleitet werden, da die Worte וכל אשר יקרא לו האדם נפש חיה הוא ש0ו nur die Auffassung zulassen, dass jede נפש חיה, die der erste Mensch benannte, den ihr beigelegten Namen immer führen sollte. Es muss aber dennoch wohl den Fischen dieser Charakter der ״Persönlichkeit“ abgesprochen werden, wenn man in dem Schöpfungsbericht des fünften Tages, so wie Raschi und Ramban es lehren, unter dem Worte שרץ die Fische zu verstehen hat, und unter dem dort folgenden Ausdrucke נפש החיה nach Auffassung des letzteren Wassertiere, die sich ähnlich wie die Landtiere bewegen. Erhärtet werden diese Auffassungen: 1. durch das trennende Tonzeichen unter dem Worte שרץ im Schöpfungsberichte des fünften Tages; 2. durch die Taurostelle in שמיני (Xi. 10), wo שרץ und נפש חיה unmöglich identisch sein können; 3. durch den Schöpfungsbericht des sechsten Tages, wo נפש חיה sich nur auf vieriüssige Tiere bezieht, und im Zusammenhänge damit durch die Stelle im Talmud (Chulin 127), wo es heisst: •תנו רבנן כל שיש ביבשה יש בים חוץ מן החולדה ״Alle Tiere, die sich auf dem Trockenen vorfinden, finden sich auch im Meere vor, mit Ausnahme des Wiesels. “ Von diesem Gesichtspunkte aus, dass nach der Taürodarstellung den Fischen der Charakter der נפש abgeht, wäre es nun zu verstehen, weshalb uns der Genuss von Fischblut nicht verboten ist.*) Stützt sich doch das ב) Nur des äusseren Scheines wegen haben unsere Weisen uns verboten aufgesammeltes Fischblut, falls keine Schuppen dabei liegen, zu gemessen.