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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 134

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 134 (sequence 135)
Language
German
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IRI
…/3135693-3135696--0378-3136101
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134 Die Religionsphilosophie ist von der Religion dadurch unterschieden, dass letztere jedermann, die Religionsphilosophie aber nur Auserwählten, dem Gelehrten, dem Urteilskräftigen und dem der bangen Herzens ist, gegeben ist, wie es ausgeführt wird in Masechet Chagiga (Perek en dorschin) und wie es Maimuni und alle jüdischen Philosophen des Mittelalters hervorheben. Einer der letzten dieser, R. Eliahu del Medigo sagt im Bechinath-hadath: „Die Thora will jeden ihrer Anhänger bis zu dem Grade des ihm Möglichen vervollkommnen. Da die Beweise der Lehre nicht der Masse, sondern nur Einzelnen zugänglich sind, verlangt die Thora beide Dinge, die Erforschung der Beweise der Lehre und die Ausübung der Gebote, damit der Gelehrte wie das Volk an ihr teilhabe.“ Wegen dieser Einteilung in Lehrer und Schüler, Auserwählten und Masse, sind die Reibungen zwischen Religion und Philosophie entstanden. Doch hofft letztere, dass der jetzige Zustand nur ein vorübergehender sei, und dass durch ihre Mitwirkung,1) eine Zeit kommen werde, da die Gegensätze schwinden und die Welt voll ist der Gotteserkenntnis. Im Mittelalter war die Religionsphilosophie auf die Naturwissenschaft des Aristoteles aufgebaut, die den Platz der Medabberim eroberte, an welchen R« Saadia Gaon festhielt. Mit der Erneuerung der Wissenschaften in der Renaissanceperiode, als Galilei den Sphärenhimmel Aristoteles’ hinunterriss, ihre fünfte Essenz, die quinta essentia, zerstörte und die Sterne von den Banden der denkenden Form befreite, bedurfte auch die Religionsphilosophie der Erneuerung. Sofort fand sich ein Gaon und Philosoph, ein direkter Schüler Galileis in Padua, der Arzt R. Joseph Salomo del Medigo (ein Verwandter des R. E. D. und Zeitgenosse R. Manasses ben Israel, der seine Werke J) s. Haemunoth wehad. Vorrede, Abschn. 5.

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