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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 127

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 127 (sequence 128)
Language
German
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127 ficht. Damit beginnt auch die jüdische Religionsphilosophie im Mittelalter, mit dem Buche Haemunoth wehadeoth von R. Saadia Gaon. Dieses grosse und wunderbare, gedankenreiche und äusserst scharfsinnige Werk kritisiert und widerlegt mit logischen Gründen alle philosophischen Systeme und Gesinnungen, die jemals waren und beweist die Wahrheit der Thora sowohl, wie es auch den rechten Weg darin zu wandeln lehrt.1) Mit Recht sagen die Historiker vom Verfasser: R. Saadia Gaon ist der Erste, der ein vollkommen ausgebautes System darbietet, ein philosophisches System nach der Lehre Israels in all ihren Teilen und Einzelheiten. Letzten Endes aber ist es doch nur apologetische oder dogmatische Religionsphilosophie, wie R. Saadia Gaon selbst sagt: „Wisse, wir betrachten und erforschen die Gegenstände unserer Lehre um zweier Dinge willen, erstens, damit wir wissenschaftlich klarlegen, was wir schon von den Propheten Gottes wissen, und zweitens, um alle Einwände, die gegen unsere Lehre gemacht werden, widerlegen zu können.2) Höher als die apologetische oder dogmatische ist die wahre Religionsphilosophie. Zwar geht jede Philosophie aus von der Auseinandersetzung mit allen Systemen, die vor ihrer Zeit waren oder in derselben herrschen; aber sie tut es nur, weil sie sich auf der Suche befindet nach der ihr einstweilen noch unbekannten Wahrheit. Erst aus dem Für und Wider der Auseinandersetzung gewinnt sie diese. Anders die Apologetik! Diese geht darauf aus, die ihr als solche bereits bekannten Wahrheiten zu verteidigen, zu beweisen. Während sie ihrer Sache gewiss ist und sich des Scharfsinns freut, hat die *) Haem, wehad. Abschnitt I. 13 philos. Syst.; Abschnitt X. 13 ethische Wege, Auf die Aehnlichkeit beider Abschnitte macht R. Saadia Gaon selbst aufmerksam im Abschn. X. Kap. 7. 2) S. J. Guttmann, Religionsphilos. des R. Saadia, S. 21,

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