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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 126

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 126 (sequence 127)
Language
German
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126 Zeit wurde entweder jeder Philosoph von der Kirche, oder umgekehrt sie vom Philosophen verfolgt. Auch in Israel wurde die Philosophie in den Bann getan. Also — Religion und Philosophie sind einander feindlich! Soweit äusserlich; innerlich ist man gewöhnt, zu klagen über Unstimmigkeiten zwischen Herz und Hirn, über Reibungen zwischen Intellekt und Glauben. Einerseits findet der naive Herzensglaube in Wahrheit sein Genügen in sich selbst und will auch nichts von seiner Ganzheit preisgeben; denn das Grübeln des Gehirns bringt Verwirrung in seine Existenz. Andererseits wollen, oder wie sie sagen, können die Intellektuellen nicht religiös sein; denn es wäre eine Inkonsequenz, die die Disharmonie in ihren Gedankengang bringen würde; folglich bleibt das Dilemma bestehen. Und nun kommt die Religionsphilosophie und ruft beiden Teilen zu: „Es gibt einen Frieden, eine Einigung zwischen Religion und Philosophie!“ So heisst es auf dem Titelblatte des Buches, das als geschichtlichen Uebergang zum „Führer“ dient, Emunah-Ramah, erhabener Glaube, der eine Uebereinstimmung zwischen Religion und Philosophie bringt. „Des öftern, sagt der Verfasser R. Abraham iben Daud, wenn einer sich ein wenig mit den Wissenschaften abgibt und nicht die Kraft besitzt, Lichter in beiden Händen zu tragen, das Licht der Religion in der Rechten und das Licht der Wissenschaft in der Linken, erlischt das Licht der Religion, da das Licht der Wissenschaft aufflackert. Aber dennoch gibt es eine Uebereinstimmung zwischen der Religion und der wahren Philosophie, und es soll noch bewiesen werden, dass die Wahrheiten der Philosophie in den Heiligen Schriften enthalten sind.“ Mit diesen Beweisen beschäftigt sich die apologetische Religionsphilosophie, die die Einwendung des Unglaubens und des Zweifels widerlegt und mit Gründen der Logik und Erfahrung die Wahrheit der Religion ver-

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