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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 119

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 119 (sequence 120)
Language
German
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IRI
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119 erreicht man noch mit den einstimmigen Gesängen, bei gediegenem Vortrag, den stärksten Erfolg. n. Mit dem Anftreten der Peitanim begann die synagogale Musik ihre Auferstehung zu feiern. Das einfache Gebetritual der alten Periode mit Schema, Tefila und Keduscha, wie der Mangel an Gebetbüchern für die einzelnen vermochten wenig zur Hebung des Synagogengesanges beizutragen. Eine feste Grundlage erhielt der synagogale Gesang besonders durch die Piutdichtungen und deren starke Verbreitung in Israels Gemeinden. — Im Sefer Ikkarim werden wir belehrt, dass das Vortragen des Gebetes neben der Kürze und Aufrichtigkeit auch die angenehme Form aufweisen soll. „Es seien deshalb die Piutim in Versmassen gehalten und zum Singen eingerichtet.“ Mit den Piutim kam auch in vielen Gemeinden der Chor- oder Gemeindegesang, da sehr viele Piutim von vornherein dafür eingerichtet sind. Den stärksten Einfluss auf die Gestaltung des Ritus bei den jüdischen Gemeinden Deutschlands und Frankreichs, wie auf die Pflege und Erhaltung des traditionellen Gesanges, übte — der Mainzer Rabbiner, R. Jakob Levy (Mölln) gewöhnlich Maharil genannt (gest. 1427) aus. Seine Verordnung: „Das in einem Orte bestehende Herkommen (Minhag) darf nicht geändert werden, sogar in Bezug auf die Melodien“ wurden streng befolgt. Die verbreitete Ansicht, dass Maharil der Verfasser der meisten unserer synagogalen Gesänge ist, hat sehr viel für sich und ist sehr begreiflich. Denn seit jener Zeit begann der synagogale Gesang eine gewisse Stabilität zu gewinnen. Jedoch konnte es nicht ganz verhindert werden, dass der synagogale Gesang auch auf Abwege geraten ist. Dies geschah besonders in Polen, Litauen und Russland. Die prächtigen, vollen Stimmen,

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